Digital Naiv oder Digital Native. Was ist der "richtige" Weg im und im Umgang mit dem Web 2.0 - und Puzzlesteine zu Essen, Fußball und mehr ...

Montag, 13. April 2009

Unified Communication & Collaboration (UCC) gehört zum Enterprise 2.0

Mike Gotta stellt in seinem Blog Collaborative Thinking Unified Communication (UC) – oder wie wir bei IBM sagen Unified Communication & Collaboration (UCC) – und Web 2.0-Funktionen nebeneinander. Anlass genug, über die Definition von Enterprise 2.0 nachzudenken. Ich halte es für zu kurz gegriffen, wenn heute die Einführung von Web 2.0-Funktionen wie Blogs, Wikis, Lesezeichen und soziale Netze in Unternehmen gleich Enterprise 2.0 bedeuten sollen. Da gehört mehr dazu, u.a. auch der unternehmenskulturelle Aspekt. Aber auch Unified Communication & Collaboration, effizientere Kommunikation und Zusammenarbeit sind Funktionen, die ein Enterprise 2.0 braucht. Instant Messaging, Webkonferenzen und auch Telefonie sind wichtige Bausteine der effizienten Kommunikation im Enterprise 2.0 und ergänzen Web 2.0- Funktionen. Um es in IBM-Produkten auszudrücken: Lotus Sametime und Lotus Connections sind eindeutig komplementär.

Das nächste grosse Ding: Unified Communication (und Collaboration)

Was ist die nächste grosse Welle, die in der Unternehmens-IT auf uns zurollt? Ich glaube, Unified Comm
unication-Lösungen haben das Potential, ein solches heisses Thema zu werden. Lösungen für Unified Communication (UC) – oder Unified Communication & Collaboration (UCC, wie IBM sagt) – führen Telefonie, Messaging, CIT (Computer Telephonie Integration), Instant Messaging, Video-, Audio- und Webkonferenztechnik und Präsenzsteuerung in einem System zusammen. Sauber implementiert stehen diese Funktionen dann in anderen Anwendungen und vor allem in kritischen Geschäftsprozessen direkt zur Verfügung: im ERP, im CRM oder Portal, in der Office-Anwendung und dem E-Mail Client. Denn dadurch können Nutzeneffekte erreicht werden, nach denen die Kunden verlangen.

Eine im Januar 2009 von SIS veröffentlichte Studie (Auftraggeber Siemens) hat die 10 häufigsten Kommunikationsschwachstellen in einer Umfrage bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) identifiziert. Die Problemzonen von Grossunternehmen und KMUs unterscheiden sich übrigens nur marginal, so die Studie. Die Schwachstellen reichen vom Warten auf Information über Hindernisse in der Zusammenarbeit im Team bis hin zur unerwünschten Kommunikation. Pro Jahr entstehen durch die mangelhafte Kommunikation demzufolge Kosten von rund 26.000 $ pro Kopfarbeiter (wie sie in der Studie genannt werden).

UCC-Lösungen versprechen hier Abhilfe, in dem sie vor allem Telefonie, Instant Messaging und Conferencing als koordinierten und integrierten Service dem Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Beispielsweise werden Endgeräte – vom herkömmlichen Telefon über das Mobiltelefon und Smartphone bis hin zum Soft Phone – möglichst intelligent zusammengeführt. Ein Mitarbeiter hat nur noch eine Nummer, über die er angerufen wird. Er steuert – oder lässt steuern -, ob der Anruf auf dem Mobiltelefon oder dem Festnetz ankommt – oder zur Voice Mailbox geht, da man gerade nicht erreichbar ist. Also kein Durchprobieren verschiedener Telefonnummern, keine zwei gleichzeitig klingelnden Telefone mehr.
Über die Präsenzanzeige der UCC-Lösung wird gezeigt, ob und wie ein Mitarbeiter erreichbar ist. Befindet er sich in einer Sitzung, ist er am Telefon, ist er abwesend, ist er auf nicht stören, kann man ihn kurz anchatten, um schnell und umgehend eine Frage zu klären – ein weiterer Weg, einfach gezielter zu kommunizieren.

Studien schreiben Unified Communication & Collaboration grosse Nutzenpotentiale zu, von verbesserter Zusammenarbeit, effizienterer Kommunikation bis hin zu Kostensenkungspotenzialen. Unified Communication ist ein heisses Eisen mit hohem Wachstumspotential. Und es ist vielleicht der nächste ganz grosse Lösungsbereich, um den kleine und vor allem grosse Anbieter kämpfen. Es geht darum, wer – nach E-Mail – Kommunikationswege und Telefonie beherrscht.

Microsoft tritt mit dem Office Communications Server (OCS) mit seiner gewohnten Strategie ab: Es werden Abhängigkeiten geschaffen, Abhängigkeiten zwischen Betriebssystem, Windows-Server, Exchange-Server, SQL-Server und OCS. Ziel ist es, nicht nur den Markt für Unified Communication zu erobern, sondern durch die enge Verzahnung auch andere Produkte zu zementieren und eine Abhängigkeit von Microsoft-Technologie zu zementieren.

Zwar kann OCS heute mit diversen Telefonanlagen (PBX) betrieben werden, aber schon heute sind diese zu reiner Durchreichestationen degradiert. Das Ziel ist klar. OCS soll die Telefonanlagen ersetzen. Wie in so vielen anderen Bereichen, will man die Angebote anderer Anbieter – diesmal der Telefonieanbieter – verdrängen und Kunden exklusiv an Microsoft das Betriebsystem und andere Redmonder Komponenten fesseln, eine Abhängigkeit, aus der Kunde sich dann nur noch schwerlich lösen kann. Mir stellt sich der Frage, ob sich der Kunde dieser neuen Gefahr bewusst ist und es vermeiden will, sich in einem weiteren strategischen Bereich knebeln zu lassen.

Das Unified Communication & Collaboration (UCC)-Angebot der IBM ist offener, integrativer und partnerorientierter. Dies wird schon an der Plattformunabhängigkeit deutlich. Lotus Sametime unterstützt verschiedene Serverbetriebssysteme (AIX, Sun Solaris, Microsoft Windows Server, RedHat Linux und Novell Suse Linux) und Clients (Windows, Linux, und Mac OS X). Die UCC-Lösung basiert auf Eclipse, wodurch IBM Lotus Kunden und Partner auf leichte Weise, die Funktionen erweitern und UCC in andere Lösungen einbinden können – und zwar über Betriebssysteme hinweg. Die Welt ist nicht nur ein Fenster.

Die offene Architektur macht Lotus Sametime gerade für Partner interessant. Am Validierungsprogramm für IBM Lotus Sametime Unified Telephony (SUT) – das gerade Anfang April auf der VoiceCon vorgestellt wurde - nehmen führende Anbieter wie Alcatel Lucent, Avaya, Cisco, Dialogic, GN Netcom, Mitel, NEC, NET, Nortel, Plantronics, Polycom, Psytechnics und Siemens und Sprint teil. IBM Lotus ist der Offenheit und heterogenen Umgebungen verpflichtet. Investitionen in bestehende Infrastruktur soll geschützt werden, in dem diese Infrastruktur integriert wird. Partner werden explizit ermutigt, ihre Lösungen als Erweiterung und als Teil der Gesamtlösung mitzuverkaufen.

Stellt man also OCS und Lotus Sametime nebeneinander, schon erscheint die Einschätzung von David Greenfield, OCS habe den Anwender im Blick, fast lächerlich. Kann ein System den Anwender im Blick haben, das genau diesen Anwender auf bestimmte Betriebssysteme und Werkzeuge zwingt? Darüber sollte der Kommentator mal ernsthaft nachdenken. Es ist ultimativ zeit für mehr Offenheit, am Desktop, im Office-Umfeld und auch in Unified Communication & Collaboration.

Obwohl es klar sein sollte: Dies ist ein persönlicher Kommentar von Stefan Pfeiffer und kein offizielles IBM Statement.

Ori
ginal im IBM Blue Blog erschienen.

Samstag, 4. April 2009

Lektüre am Samstag - FAZ, 4.4

Mal wieder meine Samstags-Lektüre in Stichworten:

FAZ, 4.4.2009 -
  • "Obama-Effekt für RIM" - Durch Obamas Beharren auf seinem Blackberry schreibt RIM gute Zahlen? Muss bei Gelegenheit doch mal den Blackberry ausprobieren, trotz privatem iPhone.
  • "Der große Modegipfel" - Michelle O. gewinnt gegen Carla B.-S.
  • Beilage Technik und Motor: "Die große Krise bei den Tophandy, die alles können, ist nicht mehr zu übersehen" - Bin mit meinem iPhone ganz zufrieden, wenn bald noch "Cut & Paste geht.
  • Beruf und Chance: "Tüchtig oder süchtig" ... Arbeitssucht ist ein Problem

re:publica re:visited - re:flected - please re:spond

Original im IBM BlueBlog gepostet. Eine kleine Stellungnahme zur re:publica, beruflich und persönlich gemix.

Nun bin ich also wieder zuhause angekommen, nach der re:publica in Berlin. Zeit für erste mosaikhafte Reflektionen. Es war meine erste re:publica, IBM ist schon seit 3 Jahren dabei. Und in diesem Jahr haben wir nich nur gesponsort, sondern auch eine eigen Sub-Konferenz unter dem Titel „Social everywhere – Mitwirken im Unternehmen“

durchgeführt.

Für mich persönlich gab es zwei besondere Highlights: Der brechend volle, ja übervolle Saal Josephine, als Peter Schuett seinen Vortrag „Wie das Web 2.0 Unternehmen erobert“ hielt. Nach der etwas unglücklichen Abmoderation zur Mittagspause dachte ich schon, au weia. Aber nein, der Saal war gerappelt voll, Peter hat schon einen Namen in der Szene und vor allem: Er hat auch etwas zu sagen.

Und mein zweites Highlight war die sonnige – nein, das ist keine Bemerkung zu Sun, sondern bezieht sich aufs Wetter – Diskussion mit den Kollegen von Value5 zu Windows und Mac. Das hat mich dann doch sehr motiviert, es endlich, endlich mal anzugehen, die für meinen Job notwendige Software zu installieren und meinen Mac final ins IBM-Netz zu hängen und damit zu arbeiten.

Hervorragende Response bekamen wir auf das Thema Innovation Jams, wie man in grossen Jams gemeinsam Ideen entwickeln kann. Adam Christensen hatte das unter anderem in seiner Keynote angesprochen und Thomas Wenzel-Haberstock dann in der Subkonferenz nochmals in der Tiefe behandelt. Thomas stand noch mindestens eine Stunde nach seinem Vortrag mit interessierten Zuhörern zusammen. Und wer weiss, vielleicht werden wir mit dem ein oder anderen mal einen Jam machen.

Adam sprach dann noch in seiner Rede das Thema Smarter Planet und insbesondere und Smarter City an, wozu es wohl in Berlin im Juni dann auch ein Treffen zwischen Politk und Wirtschaft geben wird. Hier hat er natürlich unbewusst in Berlin, wo öffentliche Betriebe und Logistik privatisiert wird, in ein echtes Wespennest gestossen, wie auch die Fragen und Kommentare aus dem Publikum wiedergegeben haben. Auch hier nochmals die Bitte und Aufforderung: Lasst uns Eure Kommentare und Wünsche zu Smarter City wissen. Wir wollen – das hat Adam ja auch schon erwähnt – auch die Bürger und Öffentlichkeit in die Diskussion einbinden. Unter #SmarterCity zwitschern oder Adam Christensen (http://twitter.com/adamclyde) direkt kontaktieren. Auch ich leite gerne Input weiter. Und wir werden natürlich weiter daran arbeiten, wie wir das Thema auch im Web 2.0 weiterbringen.

Ach ja, ein weiteres Highlight darf ich nicht vergessen; Anika Geisel, unsere Volontärin, hat einige Photos mit Fettes Brot. Also auch an der Ecke ein Erfolg.

Lowlight des Events war sicherlich, dass der WiFi-Zugang nicht funktionierte. Eine Web 2.0-Konferenz ohne Netz, das geht eigentlich gar nicht. Aber in diesem Fall gilt wohl das Motto Shift happens ohne f.

Eine vereinzelte Kritik an uns ist mir unterdessen zu Ohren gekommen. Da ist dann von unauthentischer Eigenpräsentation die Rede. Na ja, der oder die Autoren sollten mal über die Bedeutung unauthentisch nachdenken, aber natürlich nehmen wir Kritik ernst. Ja, IBM präsentiert sich dort, auch ganz bewusst als jemand, der Web 2.0 Technologien selbst in der Tiefe nutzt und auch als jemand, der entsprechende Web 2.0- oder Enterprise 2.0-Produkte und Services anbietet. Das soll in der Blogosphere bekannt werden. Ein Motiv, warum wir also da sind.

Wir sind aber auch auf der re:publica, um selbst zu lernen, was alles im Web 2.0 passiert. Und wir sind da, um Bloggern, die jetzt in Unternehmen kommen, zu vermitteln, was da alles auf sie zukommen kann und wie sie ihre Expertise in Unternehmen erfolgreich einbringen können, wie sie eben im Unternehmen mitwirken können auf dem Weg zum Mitmach-Unternehmen. Also wollen wir durchaus auch hier ein wenig coachen. Unser Agenda ist übrigens in Kooperation und Interaktion mit den Veranstaltern der re:publica entstanden. Und wir sind für Co-Kreation und Kreativität und Kritik offen. Wenn es Punkte und Anregungen gibt, hier kommentieren, an mich zwitschern oder einfach auf mich zukommen.

Die IBM Präsentationen von der re:publica können hier auf Slideshare heruntergeladen werden.

Kleine Randbemerkung: Hab dann noch auf Twitter von OliverG gelesen, warum jemand ihm per Twitter folgt und sich aber dann aber per Xing mit ihm vernetzt hat. Da sieht man mal, wie man die Tools unterschieden nutzen kann und soll. Ich würde auch immer die Vernetzung über ein soziales Netz nutzen und das Gezwitschere zur kurzen, knappen Kommunikation nutzen.