Digital Naiv oder Digital Native. Was ist der "richtige" Weg im und im Umgang mit dem Web 2.0 - und Puzzlesteine zu Essen, Fußball und mehr ...

Samstag, 23. Mai 2009

Eigentlich kann ja nix mehr schief gehen ... Quo vadis, Borussia?

Letzter Spieltag der Bundesliga: Eigentlich kann ja nix mehr schief gehen. Die Borussia - die richtige aus Mönchengladbach - hat 3 Punkte Vorsprung und das bessere Torverhältnis. Trotzdem bleibt angesichts des Desasters vom vergangenen Wochenende gegen Leverkusen ein Grummeln im Bauch. Es gab ja auch schon einmal vor Jahr(zehnten) ein (vergebliches) 12:0 der Borussia am letzten Spieltag. Na ja, es wird schon schief gehen.

Neben dem Abstiegskampf noch wesentlich ärgerlicher: Langsam verzweifele ich an der Borussa. Seit mehr als 10 Jahren kriegt man da einfach nichts mehr gebacken, keine Konstanz und auch kein sichtbarer kontinuierlicher Aufbau. Stattdessen immer wieder neue Trainer und nicht erkennbare Konzepte: Advocat - ein Desaster und in Russland bringt er es. Köppel, na ja. Fach, kein Kommentar. Lienen, au weia. Heynckes - auch er ist gescheitert.

Mit Luhukay und Ziege hatte ich Hoffnung auf eine neue Fohlenzeit, aber das ging ja wohl auch in die Hose. Und nun wieder Hans Meyer, den ich als Typen sehr mag, der aber wohl doch Kommunikationsprobleme gerade auch mit den jungen Spielern hat.

Die Borussia hat alles probiert: Viele Spieler gekauft, erfahrene Spieler gekauft, auf junge Spieler gesetzt, Millionen verbraten. Nun hat man endlich ein neues Stadien (danke an Christian Hochstätter und Rolf Rüssmann), man hat bundesweit noch immer eine riesige Anhängerschar (wohl zum grossen Teil aus Nostalgie zu den grossen Siebzigern), aber es wird trotzdem nix. Da nutzt es auch nichts, dass ich das an die guten 70er erinnernede Nostalgo-Borussen-Trikot auf dem Tennisplatz trage oder nicht. Quo vadis Borussia?

Mal wieder Samstags & FAZ: Vom CIO bis zur Raute im Herzen

Mal wieder einige beruflich interessante Artikel in der FAZ von heute (23. Mai. 2009):

Sektion Beruf und Chance: Hinweis auf Artikel: "Am Schalthebel der Macht - Chief Information Officer sind die heimlichen Chefs vieler Unternehmen" und dann Überschrift "Wer programmiert, regiert"

Liebe Kollegen der FAZ, leicht daneben, sowohl Hinweis auf den Titel (CIO's haben mit Programmieren ziemlich weg zu tun) und hier hat wohl der Wunsch nach einem knackigen Titel das faktische Leben mal wieder überholt.

Und ob die CIO's wirklich an der Macht sind? Meiner Ansicht nach, standen sie schon einmal wesentlich machtvoller da. Da aber einige IT-Projekte nicht - wie manchmal leichtfertig versprochen - die Leiden des ganzen Unternehmens geheilt haben und derzeit Kosten eingespart werden müssen, wurde der Handlungsspielraum vieler CIO's in den vergangenen Jahren doch oft wesentlich kleiner.

Und viele CIO's beschränken sich doch eher auf die Standard-SAP-Projekte und riskieren nicht innovative Projekte (oder können sie nicht riskieren, da ja die besagten anderen Projekte immer mehr kosten als gedacht). Ausnahmen wie Markus Bentele von Rheinmetall bestätigen die Regel. Welcher CIO hat den Mut zur Veränderung zum Enterprise 2.0 und treibt den kulturellen Wandel bei gleichzeitiger Einführung der entsprechenden Technologien?

Im Bereich Technik und Motor: Michael Spehr: "Heimarbeit - Von zu Hause auf das Exchange-System im Unternehmen zugreifen ist nicht ohne Tücken" - Er berichtet uch über weine Erfahrungen, Outlook bzw. Exchange über den Mac zu nutzen. Tja, was soll ich dazu sagen: Dieses Posting wird auf einem Macbook geschrieben. Mein Lotus Notes 8.5.1 läuft nativ und ich habe gerade meine Mails gecheckt.

Im Wirtschaftsteil auf Seite 19: "Eine Schneise durch den Datendschungel", ein Artikel über die zunehmende Nutzung von semantischen Technologien. Die FAZ stellt u.a. das Softwarehaus Attensity vor. Na ja, IBM hat ja da auch ein bisserl Technologie.

Und jenseits von Job und IT: Natürlich berichtet die FAZ auch im Lokalteil über den Abgang von Friedhelm Funkel. Ich habe die Raute im Herzen. Leider nix über die Borussia.

Freitag, 22. Mai 2009

Wahljahr 2009 oder: Was ist das "wahre" Facebook für das Enterprise 2.0?

Vergleiche werden nur zu gerne benutzt. Sie illustrieren,sie pointieren. Das hat sich wohl auch Steve Ballmer jetzt auf dem Software Strategy Summit in Köln gedacht, als er Sharepoint als das Facebook für Unternehmen bezeichnet hat. Aber Vergleiche hinken manchmal. Vielleicht möchte Ballmer, dass Sharepoint das Facebook für Unternehmen wird. Funktional kann man daran derzeit viele Zweifel anmelden. Sharepoint fehlen viele Funktionen einer Social Software für den Unternehmenseinsatz. Diese sind nicht ausgereift oder es müssen Lösungen von Drittanbietern hinzugefügt werden, um Lücken zu schließen. Auf der Enterprise 2.0 Industry Conference, die vom 9. bis 12. Juni 2008 in Boston stattfand, stellten IBM und Microsoft ihre Social Computing-Plattformen vor. Im Rahmen eines dreistündigen Vergleichs zeigten Mitarbeiter beider Unternehmen auf, was als Standardfunktionen der jeweiligen Plattform verfügbar ist, welche Funktionalitäten über Partnerschaften mit anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden müssen und welche zukünftigen Entwicklungen beide Unternehmen in diesem Bereich planen. Teilnehmer, Berichterstatter und Branchenexperten waren sich anschließend einig: die IBM Lösung ist klar besser als Microsoft Sharepoint.

So what? Mr. Ballmer stört das nicht. Mit der ihm eigenen Chupze zieht er sehr plastische und marketingwirksame Vergleiche. Zugespitzt kann man sagen: Microsoft nennt alles, was mit Enterprise 2.0 zu tun hat, einfach mal Sharepoint. Lauschen Sie einer IBM Präsentation, so wird der klassische IBMer sein Angebot nicht einfach Lotus oder Connections nennen. Nein, er wird brav erläutern, dass dieses Modul Quickr heißt, dass jenes Modul Connections ist, und ja, diese Funktion fehlt noch, wird aber noch kommen oder es kostet x Leistungstage, diese Funktionen zu implementieren. Der "andere" Präsentator wird wahrscheinlich sagen: Es ist Sharepoint und alles geht. Die Vorgehensweise ist nicht neu - und auch nicht unerfolgreich. Ich erinnere mich daran, wie vor rund 15 Jahren bei einer großen Versicherung gesagt wurde, mit Microsoft Exchange könne man Dokumentenmanagement machen. Diese Versicherung hat das auch probiert und nach zwei bis drei Jahren dann ein Dokumentenmanagement-System eingeführt.

Guy Greese von der Burton Group hat in einem Blogeintrag die Unterschiede im Produkt-Marketing von IBM und Microsoft herausgearbeitet. Ich muss ihm zu großen Teilen Recht geben. Leider. Wir reden zu wenig über unsere Produkte und deren Stärken. Der Markt weiß nicht, wie gut sie eigentlich sind. Das gilt nicht nur, aber gerade auch für den Bereich Social Software. Social Software ist weit mehr als nur File Sharing à la Sharepoint. Lotus Connections ist eine der wohl derzeit komplettesten und leistungsfähigsten Unternehmensplattformen für Social Software. Dort sind viele wesentliche Web 2.0-Funktionen für den Unternehmenseinsatz integriert und "sicher" gemacht worden: Profile à la Xing, LinkedIn oder Facebook, Wikis, Blogs, Lesezeichen à la Delicious, Tag Clouds und Communities. Und LotusLive, das neue SaaS-Angebot der IBM, bietet diese Funktionen in der Cloud als Service für den unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Einsatz.

Und viel zu wenige Interessenten und Kunden wissen, dass Lotus Connections auch mit Sharepoint integriert werden kann, dass Connections mit Microsoft Office und Exchange/Outlook nahtlos läuft. Wir als Lotus-Brand und wir als IBM haben hier eine Menge Nachholbedarf, gerade auch solche Nachrichten in den Markt zu tragen. Die Sensibilität der Kunden steigt gerade jetzt: Es müssen nicht nur Kosten eingespart werden. Ich nehme daneben ein immer stärker werdendes Misstrauen im Markt wahr, sich von einem Anbieter zu abhängig zu machen und in eine nicht enden wollende Update-Spirale zu kommen: Ja, wenn Du, lieber Kunde, diese Funktionen haben willst, musst Du jene Office-Version und jene Datenbankversion kaufen. Ja, natürlich wird es immer Abhängigkeiten zwischen Release-Ständen geben, aber der Grad der Abhängigkeit ist hier entscheidend. Wenn Office-, Betriebssystem-, Datenbank-, Mail- und nun auch noch Kommunikationsfunktionen derart - und wohl auch sehr bewusst - voneinander abhängig gemacht werden, dass sie den Kunden zu Updates zwingen, wird dieser misstrauisch. Und dieses Misstrauen der Kunden ist mehr als berechtigt.

Monopolartigen Stellungen sollte man kritisch gegenüber stehen. Wer will sich wirklich einem Lieferanten nahezu komplett ausliefern? Genau darum geht es. Als IT-Leiter will ich auch weiterhin eine Wahl haben. Lotus ist eine solche, eine sehr valide Wahl. Die Produkte gerade in den Bereichen Social Software, Unified Communications & Collaboration und Portal sind gut und im Markt führend. Sie laufen in Microsoft-Umgebungen. Und sie laufen auch in "offenen" Umgebungen, mit Linux- und Mac-Clients und diversen Backends.

2009 ist Wahljahr. Im Bund, in Ländern und Kommunen. Man hat die Erst- und Zweitstimme. Ich persönlich bin überzeugter Wechselwähler und gegen die zu große Dominanz einer Partei. Und auch Sie haben die Wahl. Und das ist gut so.

P.S. Dieser Blogbeitrag ist ein persönlicher Kommentar und keine offizielle Stellungnahme der IBM.

Über den Wolken - Das Enterprise 2.0 nutzt Web 2.0-Mechanismen mit Kunden und Lieferanten

Vorgestern saß ich mit Björn Negelmann zusammen und wir diskutierten, ob die Enterprise 2.0-Welle bereits abebbt. Momentan scheinen viele, die das Wort und Konzept vertreten haben, abzutauchen oder sie verlieren sich in akademischen Diskussionen. Der Glaube daran, dass es das Enterprise 2.0 in der Krise geben kann oder dass damit Geld zu verdienen ist, scheint zu schwinden. Sicherlich eng damit verwoben ist, wie man Enterprise-Projekte und den Return on Investment rechnen kann. Breitet sich da (fälschlicherweise) ein Hauch von Resignation aus?

Für mich ist das Enterprise 2.0 dadurch gekennzeichnet, dass es Kommunikation, Zusammenarbeit und Beteiligung fördert. Dafür wird einerseits das organisatorische und auch kulturelle Umfeld im Unternehmen geschaffen, andererseits werden die Technologien und Werkzeuge zur Verfügung gestellt, die smartere Participation, Collaboration und Communication ermöglichen, von Unified Communication bis zu Social Software mit Web 2.0-Funktionen und Dokumenten Management.

Ich glaube, dass gerade auch in Deutschland ein wesentlicher Aspekt und eine Riesenchance des Enterprise 2.0 oft noch übersehen wird. Das smarte Unternehmen von heute nutzt die oben genannten Dinge nicht nur intern. Es öffnet sich vor allem auch zu seinen Kunden und Lieferanten und nutzt Mechanismen des Mitmach-Webs, um mit ihnen besser, schneller, kostengünstiger zusammenzuarbeiten.

Wir Deutschen sind die Exportweltmeister. Wir arbeiten national, international, standort- und zeitzonenübergreifend mit Organisationen und Unternehmen überall in der Welt zusammen. Wir tauschen mit diesen Unternehmen nicht nur Waren, wir tauschen auch Informationen und Wissen aus. Wir arbeiten in Projekten zusammen. Kommunikation geschieht oft nur per E-Mail (mit Dateianhängen) oder Telefon, Zusammenarbeit wird noch weniger durch entsprechende Werkzeuge unterstützt. All das schreit nach modernen Collaboration- und Kommunikationswerkzeugen.

Nur all zu oft ist der Einsatz dieser Werkzeuge aber daran gescheitert, dass man für Projekte keine eigene Infrastruktur aufbauen, die eigene Infrastruktur aus Sicherheitsgründen nicht dem Kunden oder Lieferanten öffnen wollte oder einfach auch die heutigen technischen Möglichkeiten nicht kennt. Die Zeiten haben sich geändert und es gibt valide Optionen, Wikis, Blogs, Dateien, Chat, Profile, Lesezeichen, Webkonferenzen und vieles mehr in Projekten mit allen Projektbeteiligten zu nutzen und so die Zusammenarbeit und Kommunikation signifikant und messbar zu verbessern.

Ich spreche von entsprechenden Funktionen, die modular in der sicheren Cloud als Software as a Service verfügbar sind. Ich spreche von LotusLive, seinen Services und Modulen, die kostengünstig auch in zeitlich begrenzten Projekten für eine bestimmte Zeit gemeinsam genutzt werden können. Hier liegt gerade für deutsche Unternehmen ein ungeheueres Potential, ihre Qualität, Innovationskraft, Kundenservice zu verbessern und dabei auch noch die Kosten unter Kontrolle zu behalten, vielleicht sogar zu senken.

LotusLive ist das ideale Werkzeug für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Die Kollaboration und Kommunikation geschieht in einer sicheren Wolke und die Beteiligten werden dort – frei nach O'Reilly – nahtlos miteinander vernetzt. Im Gegensatz zu Systemen wie Xing oder LinkedIn, die für das Web 2.0 entwickelt wurden, spielen hier die Sicherheitsaspekte eine wesentliche Rolle. In dieser Wolke stehen wesentliche Web 2.0-Funktionen zur Verfügung, die die Projektarbeit unterstützen. Dies reicht von Webkonferenzen über File Sharing – das Teilen wichtiger Dateien und Dokumente - hin zu gemeinsamen Aktivitätenmanagement und Chatten.

Social Software oder Web 2.0 in der Cloud ist dabei für zeitlich begrenzte Projekte ebenso geeignet wie für grössere Unterfangen. Kleinere Projekte können pragmatisch und einfach unterstützt werden. Da genügt vielleicht sogar der Web Konferenz-Service, der hier und da genutzt wird, oder aber der gemeinsame Projektraum in der Cloud, der für die Projektdauer von 1-2 Jahren gemeinsam betrieben wird, um schneller, besser und kostengünstiger zusammenzuarbeiten.

Und warum solte es – grösser gedacht - nicht eine geschlossene Cloud für eine bestimmte Branche oder einen bestimmten Tätigkeitsbereich geben, in der alle wichtigen Beteiligten sicher Informationen austauschen, kommunizieren und diskutieren? Warum soll es nicht die Automobil-Cloud geben können, in der alle relevanten Stakeholder mitmachen, wo ich die wichtigsten Experten und Knowhow-Träger über deren Profile finden und relevante Fragen in Blogs diskutieren kann?

Die Enterprise 2.0-Diskussionen waren bis heute sehr auf den Einsatz von Web 2.0-Tools und Veränderung der Mentalität im Unternehmen fokussiert. Mechanismen des Mitmach-Webs sollten in das Mitmach-Unternehmen übertragen werden. Das macht auch absolut Sinn, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Krux – und oft auch die leichte Entschuldigung, es nicht zu tun – ist, dass ein Return on Investment oft schwer zu rechnen ist und deshalb ein Projekt erst gar nicht begonnen wird.

Für mich kennzeichnet sich das Enterprise 2.0 aber auch dadurch, dass es Mechanismen und Tools des Web 2.0 einsetzt, um mit seinen Kunden und Lieferanten besser zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Ich glaube, dass der Return on Investment (ROI) hier einfacher zu rechnen ist. Und ich glaube, dass der Einsatz von Web 2.0-Mechanismen für die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden quasi als Sogwirkung auch den Einsatz intern nach sich ziehen muss. Die Möglichkeiten sind heute da, kostengünstig, pragmatisch und schnell als Software as a Service in der Cloud einsetzbar. LotusLive ist genau für solche Dinge gemacht. Also: Frei nach Reinhard Mey (oder in der neuen Version) Dieter Thomas Kuhn: Über den Wolken, wird die Freiheit wohl grenzenlos sein ....