Digital Naiv oder Digital Native. Was ist der "richtige" Weg im und im Umgang mit dem Web 2.0 - und Puzzlesteine zu Essen, Fußball und mehr ...

Freitag, 12. Februar 2010

Warum ich blogge und netzwerke - Interview mit Link.me

Vor einigen Wochen habe ich ein Gespräch mit den Redakteuren Link.me, dem internen deutschen IBM Intranet-Newsletter, anläßlich des Relaunches des IBM BlueBlogs geführt. Dabei ging es um meine Plagerei-Bloggerei und das Engagement in Social Media. Hier das Interview:

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Herr Pfeiffer, was ist der Sinn und Zweck des IBM BlueBlogs?

 

Aus Sicht eines Autors im BlueBlog sehe ich das so: Alle reden über Google, Amazon oder Microsoft als die neuen digitalen Supermächte. Meine Meinung ist, dass der BlueBlog ein Puzzlestein sein kann, wie wir die Leistungen der IBM draußen besser bekannt machen. Meinung bilden und Thought Leader sein, das wäre für mich ein Anspruch, den ich an den BlueBlog stellen würde.

Und ich glaube, daß heute kein Unternehmen mehr auf eine aktive Präsenz in Social Media verzichten kann. Wir als IBM müssen da noch viel aktiver werden: mit dem BlueBlog, in sozialen Netzen, mit viralen Videos und vielen anderen innovativen Tools, die dabei helfen, direkt mit dem Kunden zu kommunizieren. Ich spitze es mal zu: Ich persönlich glaube, daß ein interessanter und gut promoteter Blogbeitrag zu Smarter Cities viel mehr bringen kann als jede Anzeige.

 

Welche Inhalte behandeln Sie im BlueBlog für die Lotus Brand?

Im BlueBlog schreibe ich nicht nur über die Lotus Brand, sondern über Themen, die mich interessieren. Das reicht von Web 2.0 und Social Media bis eben auch zu Angeboten von Lotus. Lediglich meine Fußball-Kommentare lasse ich außen vor und veröffentliche sie nur in meinem privaten Blog. Im Ernst: Ich schreibe über alle Themen, die im Umfeld der IBM für unsere Kunden, Interessenten, für die Blogosphere oder auch die Presse von Interesse sein könnten. Dabei versuche ich darauf zu achten, keine platte Produktwerbung zu betreiben. Das käme nicht gut an und würde unseren BlueBlog schnell ad absurdum führen. Wenn ich aber beispielsweise beschreibe, wie ich Projekte mit unseren Lieferanten nicht mehr per E-Mail manage, sondern stattdessen unternehmensübergreifend in der Cloud zusammenarbeite, dann berichte ich über einen Anwendungsfall, der für andere interessant ist. Und vielleicht kommt dann der ein oder andere Leser auf mich zu. Und schon sind wir bei unsere Angeboten und haben einen Lead generiert, mit dem wir weiter sprechen können.

 

Funktionieren Social Medias wie Blogs, Twitter u.ä. tatsächlich auch im B2B-Umfeld?

Ein klares und eindeutiges Ja. Und ein klares Ja auch für Deutschland. Gerade aktuell sind deutsche Studien veröffentlicht worden, die genau das aussagen. Das Ergebnis einer Studie von Virtual Identity von 2009 belegt beispielsweise, daß viele B2B-Entscheider zwei Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit im Web verbringen. 85% aller Befragten haben schon einen späteren Lieferanten über das Web identifiziert. Schon 40% der B2B-Entscheider schauen regelmäßig in Internet-Foren für berufliche Zwecke, 28% beteiligen sich aktiv. Social Media haben auch das B2B-Umfeld bereits erreicht und fordert von Unternehmen einen aktiven Umgang mit diesen Plattformen.

Und um es in den Kontext zu stellen: Social Media müssen heute Teil des Marketing Mix im B2B-Umfeld sein. Wer darauf verzichtet und seinen Mitarbeiter nicht die notwendige Zeit einräumt, hat die Zeichen der Zeit verpennt und verpasst wichtige Geschäftschancen und potentielle Umsätze. Events, Telefonmarketing und andere Maßnahmen sind weiter notwendig, aber Social Media ist eine einmalige Chance, auf neue Art und Weise direkt mit dem Markt mit unseren Kunden und Interessenten zu kommunizieren und Geschäft zu generieren.

 

Warum beteiligen Sie sich persönlich daran?

Vor allem weil mir das Schreiben schon immer Spass gemacht hat. Nicht umsonst habe ich ja einmal Journalismus studiert. Außerdem spreche ich über Blogs und Social Media direkt mit Kunden und Interessenten. Ich bekomme direkt Rückmeldung, ich lerne ständig dazu und im Idealfall kommt es zu einer anregenden Diskussion.

Und natürlich blogge ich auch, weil es nach meinem Verständnis Teil meines Jobs ist. Als Market Segment Manager für Lotus sollte ich im Markt präsent und aktiv sein, zuhören, mich an Diskussionen beteiligen und selbst kommentieren. Die Lotus Brand gehört wieder viel deutlicher in das Gedächtnis der Leser. Wir müssen im Markt als Meinungsführer, als Thought Leader präsent sein. Und das ist aus meinem Verständnis heraus fast eine Aufgabe für jeden IBM'er.

 

Wie viel Zeit investieren Sie in den Blog?

Der BlueBlog ist ja nicht der einzige Blog, in dem ich schreibe. Daneben publiziere ich auf der EULUC-Plattform, wo sich unsere deutschen Lotus-Kunden organisiert haben. Dort publiziere ich Beiträge, die deutlich Lotus-lastiger und technischer sind, denn die Lotus-Community ist auf EULUC meine primäre Zielgruppe. In meinem persönlichen Blog erscheinen dann noch Blog-Einträge zu Themen, die mich persönlich bewegen. Teilweise veröffentliche ich einen Artikel auch parallel auf allen Blogs und auf Xing in entsprechenden Foren, wenn ich denke, dass die Inhalte überall interessant sind. Insgesamt nimmt das Thema Social Media – und das geht übers Bloggen weit hinaus – ca. 6-10 Stunden pro Woche in Anspruch. Die tiefergehenden, längeren Blogeinträge verfasse ich in der Regel am Wochenende, da dann doch Ruhe und Zeit für Reflektion und Schreiben ist. Kurze Beiträge schreibe ich auch mal in der Woche. Ich denke, ein „normaler“ Blogger im Rahmen des BlueBlogs sollte sich so zwei bis drei Stunden Zeit pro Woche einräumen.

 

Was sind die drei Do´s und die drei Don´ts, wenn man in einem Blog als Autor tätig ist?

Ich fange mal mit den Don'ts an: Ein Blog darf keine plattes Verbreiten von Werbe- und Firmenbotschaften sein. Auch sollte es nicht um Selbstdarstellung oder Beweihräucherung gehen. Das würde nur langeweilen. Und man sollte wissen, über was man bloggt und über was man als IBM'er bloggen darf. Bei letzterem helfen die Social Media Guidelines der IBM weiter. Keine Angst, diese Guidelines sind keine Richtlinie im Sinne von Vorschrift, vielmehr eine gute Orientierungshilfe und Ermutigung zum Engagement in Social Media.

Was sind die Do's? Vor allem an die potentiellen Leser denken. Die Beiträge schreibe ich für sie und will ihnen einen Mehrwert bieten. Also sollte man als Blogger relevante Themen ausgucken, sie interessant und kompetent aufarbeiten und zur Diskussion anregen. Wir haben als IBM'er so viele kleine wie große Dinge, über die wir berichten können, die draußen interessieren und die uns auch Geschäft bringen können. Solche Themen sollte ein Blogger authentisch und mit persönlichem Touch darstellen. Und last but not least sollte man zuhören und auch mit kritischen Kommentaren konstruktiv umgehen können.

 

Herr Pfeiffer, vielen Dank für das Gespräch.

 

Posted via web from Digital naiv - Stefan63's Posterous

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