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Montag, 5. April 2010

Archivare werden weiter gebraucht - gerade im Digitalen Zeitalter

Thanks to digital tools, media, and networks, recording is easy, cheap, and often automatic. ... Evidence of even the most trivial of events and thoughts, communicated through texts, posts, status updates, and tweets, is retained in the data centers of the companies that operate popular Internet sites and services.

We live, it seems, in a golden age of documentation.

Es scheint so - schreibt Nicolas Carr in seinem Blog -, als ob wir im goldenen Zeitalter der Dokumentation leben, denn angesichts billigen Speicherplatzes, des Webs und einfacher Möglichkeit Daten unterschiedlichster Arten "aufzunehmen", kann eigentlich nichts mehr verloren gehen. Oder?
The problem stems from the fact that, with digital recordings, we don't only have to preserve the data itself; we have to preserve the devices and techniques used to read the data and output it in a form we can understand.

Ja, und, Mr. Carr? Was ist daran neu? Dieses Problem kennen wir in der Archivierung schon lange. Digital erzeugte Dokumente, Texte, Tabellen, Präsentationen, müssen schon heute regelmäßig konvertiert werden, um langfristig lesbar zu bleiben. Ähnlich sehe ich das auch für multimediale Inhalte, für Audio- und Videodateien. Schon die alten Schallplatten mußten - so man nicht den geliebten alten Plattenspieler weiter behalten will - "konvertiert" werden.

Carr sieht nun einen wichtigen Wandel durch die Cloud. Wenn die Daten und Recordings dort gespeichert werden, würden nicht mehr so viele lokale Kopien gemacht. Er sieht einen Wandel vom Download- hin zum Streaming-Paradigma. Oder anders gesagt: Man vertraue die Daten professionellen Cloud-Anbieter an im Glauben, die würden dafür sorgen, daß alle Daten sicher gespeichert werden. Und er warnt davor, nur auf die Cloud zu vertrauen:
We all know what happened to the library of Alexandria.

Ich glaube, daß Carr in seinem Posting einen wesentlichen Aspekt vergisst. Unternehmen, öffentliche Bibliotheken müssen sich ebenso wie Privatpersonen darum Gedanken machen, was man wie lange aufheben will. Wenn ich meine Schallplatten weiter geniessen will, muß ich einen Plattenspieler vorhalten oder die Aufnahmen einmal digitalisieren. Ich braucht eine Archivierungsstrategie.

Und was für mich als Privatperson gilt, gilt ebenso für Unternehmen und öffentliche Institutionen. Die Motive sind anders: das Unternehmen muß gewisse Informationen aus gesetzlichen Gründen aufbewahren und will gewisse Daten aufbewahren, um Wissen zu bewahren oder die Firmenhistorie zu dokumentieren. Bibliotheken und Archive haben eventuell einen öffentlichen Auftrag.

Aber Unternehmen hin und rivatperson her: Einfach alles mal endlos aufbewahren wollen, mag dem Sammeltrieb des Menschen entgegen kommen, ist aber nicht unbedingt zielführend. Wer sich Gedanken darüber macht, was man aus welchen Gründen aufhebt, der kann sich dann auch Gedanken darüber machen, wie man wirklich sicher und redundant aufbewahrt.

Im professionellen Umfeld werden Bibliothekare, Archivare (und Records Manager) sicher weiter gebraucht. Nur kümmern sich diese nicht mehr nur um die Aufbewahrung oder Restaurierung von Papier. Im Web 2.0-Zeitalter müssen sie sich auch um digitale und digitalisierte Inhalte kümmern, um Webseiten, Instant Messages, Audios und Videos. Dies ist keine Frage, ob die Inhalte in der Cloud gespeichert werden.

Posted via web from Digital naiv - Stefan63's Posterous

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