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Sonntag, 11. April 2010

Fußball umgedeutet: Warum Bayerns Spielzüge brisanten IT-Projekten gleichen - manager-magazin.de

Hmm, als Gladbach-Fan habe ich schon ein Problem einen Blogbeitrag mit Bayern im Titel zu schreiben, aber ich fand dann doch den Beitrag von Alexander Ockl im Manager Magazin zu schön, als Fußballer und jemand der in der IT arbeitet (wenn auch nur als Marketier):

Das Spielsystem muss also zur Mannschaft passen. Das erinnert mich an meine Arbeit.

Alexander Ockl vergleicht die Arbeit in seinem Logistik-Unternehmen und das gerade dort anhängige IT-Projekt mit Fußball.
Jeder Mitarbeiter hat in seinem Job die Aufgabe einer Art Anspielstation in unseren Spielzügen, also unseren Betriebsabläufen. Und wenn jeder weiß, was er zu tun hat, gelingen uns hoffentlich Traumkombinationen, damit wir am Ende besser als unsere Gegner sind - unsere Wettbewerber.

Wieviel Spielsystem, wieviele Regeln müssen auf der einen Seite sein. Wieviel Flexibilität und wieviel Freiraum für die Einzelkünstler à la Roben oder Olic muß man einräumen, um erfolgreich zu sein? Der Konflikt ist in Alexander Ockls Unternehmen ausgebrochen:

Die IT fühlt sich für die automatisierten Arbeitsschritte verantwortlich. Die Konflikte und die gefühlte Abhängigkeit von der IT und ihren Systemen haben einige meiner Kollegen eingeschüchtert, ja, sogar wütend gemacht. Schließlich sind wir doch die Auftraggeber. Daher würden sie den automatischen Passgeber am liebsten austauschen. Ohne ihn würde der Betrieb sowieso besser funktionieren. Das würde man sehen, wenn das System ausfällt. Und das ist gar nicht so selten.

In so einem Umfeld können meine Riberies und Robbens ihre Fähigkeiten natürlich nicht zur Geltung bringen.

Die Elektrifizierung der Prozesse und Kosteneinsparung durch optimierte Betriebsabläufe stehen nun schon seit einigen Jahren ganz oben auf der Agenda des CIO (und des CFO, der Geld sparen, Ertrag verbessern und den Shareholder Value steigern will). Doch wie weit kann das gehen? Wieviel starres Spielsystem, wieviel ERP tut einem Unternehmen, einer Mannschaft gut? Wieviel Flexibilität braucht ein Unternehmen für die Einzelspieler, besonders die Ausnahmefußballer, um zu gewinnen und Meister zu werden?

Ich habe oft den Eindruck, daß die Flexibitltät und damit auch der interne und externe Kundenservice bei der Elektrifizierung der Prozesse verloren geht. Unbürokratische Hilfe wird zur Ausnahme, der Prozess, das System regiert. Die Spieler sind oft nur noch mäßig bezahlte Gastspieler aus anderen Ländern, die an das System geknechtet werden. Ausnahmespieler à la Roben oder Olic sind nicht vorgesehen. Aber - wenn der Vergleich stimmt - eine gute Fußballmannschaft braucht und brauchte immer Spieler, die die Drecksarbeit erledigen und die Ausnahmekünstler, die auch einmal außergewöhnliche Dinge tun. Die Europameister von 1996 brauchten neben einem Sammer oder Scholl auch einen Dieter Eilts. Beckenbauer hatte seinen Schwarzenbeck, Netzer seinen Wimmer. Und nur so war man erfolgreich.

Braucht also ein Unternehmen Systeme für optimierte und elektrifizierte Prozesse (ERP, BPM etc,) und Systeme, die flexible Reaktionen und Zusammennarbeit ermöglichen (Collaboration, Web 2.0- und Enterprise 2.0-Tools)? Aber bitte nicht nebeneinander, sondern im Idealfall miteinander intelligent integriert? Noch wichtiger: Braucht man neben allen Tools auch die Geisteshaltung aller Spieler in der Mannschaft, daß man gemeinsam gewinnen und eventuell gar schön spielen will, also den Kunden gefallen und guten Service bieten will?

Ich warte mit Spannung auf die weiteren Beiträge von Alexander Ockl. Dort arbeitet man jetzt wohl mit der IT zusammen, um ein funktionierendes Spielsystem zu schaffen, das auch die Ausnahmespieler erlaubt.

Posted via web from Digital naiv - Stefan63's Posterous

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