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Donnerstag, 22. Juli 2010

500 Millionen: Nach dem Google-Jahrzehnt kommt jetzt das Facebook-Jahrzehnt (via neunetz.com)

Facebook, und besonders seine Plattform, stellt die nächste Stufe im Web dar. Dass diese mittelfristig sehr stark von einem einzelnen Unternehmen kontrolliert werden wird, ist äußerst bedauerlich aber  wohl unvermeidbar.

Vernetzung auf Hyperlink-Basis – etwas, das letztlich auch Googles Basis ist – wird immer der wichtigste Grundpfeiler des Internets bleiben. Komplexere Vernetzungsmöglichkeiten wie sie Facebook erst möglich macht, sind aber die Zukunft des Webs. Facebook ist nicht ‘nur’ das nächste Google. Es ist ein Google, das seine eigene Hyperlink-Struktur gleich mitbringt. Facebook zeigt die Zukunft des Webs auf. Vielleicht wird Facebook in zehn Jahren von etwas anderem abgelöst oder zumindest in seine Schranken verwiesen so wie heute Google, aber bis es so weit ist, ist es relativ sicher, dass Facebook das Internet maßgeblich prägen wird.

Den größten Fehler, den man aktuell machen kann ist, Facebook zu unterschätzen.

Eine exzellente Analyse nicht nur der Marktmacht von Facebook von Marcel Weiss. So wünschenswert es wäre, scheint derzeit keine wirkliche Alternative aufzutauchen. Und wie ich selbst zugeben mußte, ist Facebook auch für mich das sozialste Netz im Sinne sozialer Kontakte und Spass haben. Und das obwohl ...

500,000,000 Dummköpfe - wer auf Facebook aktiv vertreten ist, dem darf man keine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen. Diese Menschen haben Leichtsinn mit der Muttermilch gefuttert. Unfassbar.
via wiwo.de

Gegenüber Google, lieber Frogpond, bin ich einfach mißtrauisch. Das Unternehmen hat schon zu viel Macht und zu große Werbeabhängigkeit. Vielleicht werden sich Alternativen zu Facebook (und Google) entwickeln. Schaun wir mal. Das Netz ist ja für Überraschungen gut.

Besonders beängstigend finde ich die Datensammelwut maßgeblicher Player im Netz. Wie hat das Handelsblatt geschrieben ... und der Name Facebook kann durch die anderen Player ersetzt werden:

Nicht maximaler Schutz ist das Prinzip von Facebook, sondern maximale Nacktheit. ... Facebook ist interessiert an möglichst vielen, möglichst genauen und möglichst privaten Daten seiner Nutzer. Die nämlich lassen sich gut vermarkten. Je mehr, desto besser.
via handelsblatt.com

Facebook ist nur ein Beispiel. Google zählt dazu. Und Apple hat jetzt auch seinen Datensammelskandal. Diese Unternehmen kennen keine Gnade beim Sammeln (und letztlich werbetechnischem Verwerten) von Informationen. Sie sind amerikanisch geprägt und können (oder wollen) unsere deutschen Datenschutzbedenken oft nicht verstehen. Und das Beispiel Facebook zeigt ja aktuell, daß trotz Skandalen die Benutzerzahlen explosionsartig nach oben gehen.

Meine persönliche Haltung ist also ambivalent. Auf den sozialen Faktor von Facebook will ich nicht verzichten, aber die Datensammelwut macht mir Sorgen. Nun bin ich eh durch meinen Job eine halböffentliche Persönlichkeit, was mich das Thema Data Privacy etwas anders behandeln und betrachten lässt.

P.S. Gerade per Twitter eingetroffen: Ein aktueller Kommentar von @ibo Ibrahim Evsan zu Facebook:

Das Leben wird ein “Live”-Feed. Alles, was in meinem Leben passiert, kann ich binnen weniger Sekunden mit meinen Freunden teilen, ...

Man könnte sogar behaupten, dass Facebook der digitale Organisator meines Lebens geworden ist. ...

Aber nicht nur Personen werden vernetzt, mittlerweile geht Facebook dazu über, Websites zu vernetzen. ...

... Wenn schon alles über Facebook abgewickelt wird, dann könnte man vielleicht sogar spekulieren, dass Facebook sein eigenes Währungssystem aufbaut – weltweit ohne jede Währungsrechnerei, vergleichbar und von seinen Freunden empfohlen, einkaufen. Facebook würde dann an jeder Transaktion und an jeder Umrechnung bei Einzahlungen auf das Facebook-Konto verdienen.

 

Posted via email from Digital naiv - Stefan63's Blog

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