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Montag, 11. Oktober 2010

Arbeitsplatz der Zukunft: Immer mehr geht in der Cloud - Kommentar zum neuen LotusLive

Vergangene Woche wurde LotusLive 1.3 verfügbar, die neue Version der cloud-basierten Collaboration Suite der IBM. Nur ein neues Software Release? Auf der einen Seite ja, auf der anderen Seite halte ich dieses Release für sehr erwähnenswert, da der Arbeitsplatz in der Cloud immer schärfer und konkreter Kontur annimmt. Wenn ich mir mein LotusLive Dashboard anschaue, meinen Einstieg in LotusLive habe ich unterdessen folgende Funktionen zur Verfügung:

  • E-Mail & Kalender – Dahinter muß sich nicht Lotus Notes verbergen. Mit LotusLive iNotes hat IBM ein rein web-basiertes E-Mail Angebot, das schon Millionen von Anwendern benutzen.

  • Besprechungen & Ereignisse – Die Möglichkeit, direkt Online-Besprechungen und ganze Events (beispielsweise Webcasts mit Verwaltung aller Registrierungen) zu organisieren.

  • Ich habe mein Netzwerk unter Kontakte zur Verfügung. Hier habe ich mein Notes-Adressbuch importiert und kann nun, meine Kontakte direkt als Gast zu LotusLive einladen, um beispielsweise mit ihnen Dateien zu teilen oder sie in Aktivitäten einzubinden.

  • Mit Communities kann ich Kontakte zu bestimmten Themen zusammenschließen und organisieren, mit ihnen Aktivitäten bearbeiten, Dateien oder Lesezeichen teilen und Themen diskutieren.

  • Dateien kann ich natürlich auch teilen, ohne eine Community einzurichten, natürlich mit Vergabe entsprechender Zugriffsrechte.

  • Und das gilt ebenso für Aktivitäten, quasi ein Mini-Projektmanagement-Werkzeug (über das wir beispielsweise das Lotus JamCamp 2010 organisiert haben).

  • Über Umfragen kann ich Online-Umfragen erstellen, vom Meeting-Feedback bis zu beliebigen Umfragen, die ich mit einem Formulareditor erstellen kann.

  • Chatten kann ich LotusLive über das integrierte Sametime. Und auch Skype habe ich in LotusLive als Drittanwendung zur Verfügung, um meine Kontakte direkt "anzuskypen“.

  • Über Project Concord, das im Betatest zur Verfügung steht, kann ich Dokumente zusammen mit Anderen bearbeiten. Ich kann bestimmten Autoren bestimmte Textbereiche oder Kapitel zum Schreiben oder Redigieren zuweisen und so mit mehreren Personen zusammen an Dokumenten arbeiten.

Warum diese Aufzählung? Zum einen natürlich, um etwas Werbung für LotusLive zu machen, das noch viel zu unbekannt ist. Zum anderen aber, um zu demonstrieren, welche Funktionalität heute schon in der Cloud zur Verfügung stehen. Der professionelle Unternehmensarbeitsplatz in der Wolke ist von den zur Verfügung stehenden Funktionen keine Zukunftsmusik mehr.

"Hybride“ Arbeitsplätze werden bald zur Realität werden, wo bestimmte Funktionen im klassischen Modell „on premise“ in der Unternehmens-IT zur Verfügung gestellt, andere aus der Wolke bezogen werden. Dabei ist die „Private Cloud“ nicht viel Neues im Vergleich zu dem, was seit Jahren (gerade auch von der IBM als Hosting) betrieben wird. Das eigentlich Neue sind Services aus der „Public Cloud“ sowie die Mischung der verschiedenen Servicemodelle. Die attraktiven Preise werden viele Unternehmen zum Nachdenken bringen und nicht nur die Experton Group sagt voraus, daß der Markt explodieren wird.

Im Fall LotusLive kommt aus meiner Sicht noch ein weiterer wichtiger Faktor hinzu. LotusLive übersetzt das Paradigma des Web 2.0 oder der sozialen Netzwerke in die Geschäftswelt, wie auch PAC in der Analyse von LotusLive in einem White Paper festgestellt hat. Die neu in LotusLive 1.3 eingeführten Communities symbolisieren das noch deutlicher. Personen werden in Gruppen kollaborativ vernetzt, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Wie im privaten Web 2.0 steht der Mensch und sein Netzwerk und nicht das Dateiparadigma im Vordergrund. Dateien sind Hilfsmittel, die natürlich auch zur Verfügung gestellt werden müssen. Sie stehen aber nicht im Zentrum. Diese Art zu kommunizieren (und zu arbeiten) ist kennzeichnend für die, die als Digital Residents aktiv sind oder als Mitglieder der Generation Y in die Unternehmen kommen.

Und LotusLive trägt dieses Paradigma aus den Unternehmensmauern heraus und ermöglicht eine sichere Zusammenarbeit in der Cloud zwischen Unternehmen. Die Möglichkeit, mit einem vollwertigen LotusLive-Account beliebig viele Gäste zu LotusLive einzuladen, mit denen man Dateien teilen und in Aktivitäten zusammenarbeiten kann, sind dabei ein noch viel zu unbekanntes und unterschätztes Feature. Wir werden das IBM Lotus JamCamp 2011 – wie schon das Camp 2010 – über LotusLive managen und dabei unsere externen Kooperationspartner einbinden, von Text100 über Freelancer wie Martin Koser bis zu New Thinking, den Organisatoren der re:publica. Sie werden von mir als Gäste eingeladen und haben dann ohne jegliche Kosten Zugriff auf alle für das JamCamp relevanten Projektdetails und -planungen. In diesem Szenario arbeiten nicht nur zwei Unternehmen in der Cloud miteinander, sondern sogar mehrere Unternehmen mit diversen Freelancern und Agenturen.

 

Posted from Digital naiv - Stefan63's Blog

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