Digital Naiv oder Digital Native. Was ist der "richtige" Weg im und im Umgang mit dem Web 2.0 - und Puzzlesteine zu Essen, Fußball und mehr ...

Donnerstag, 25. November 2010

Forrester zu IT-Trends 2011 bis 2013: Bei Kollaborationsplattformen steht der Mensch im Mittelpunkt - CIO.de

Bei Kollaborationsplattformen steht der Mensch im Mittelpunkt. Bei den Kollaborationsplattformen stehen nicht mehr die Dokumente sondern die Menschen im Mittelpunkt. Es wird vielmehr um die Interaktion der Menschen im Unternehmen gehen.
via cio.de

Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, aber ist es wohl nicht. Gerade im Umfeld Kollaboration merkt man ganz deutlich, woher eine Lösung und Plattform kommt. Ist sie nach dem Web 2.0-Paradigam von Beginn an entwickelt worden oder wurden soziale Funktionen künstlich angeflantscht, um auch das Papperl "Social Software" und "Enterprise 2.0" drauf kleben zu können.

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Montag, 22. November 2010

Facebook fürs Unternehmen oder die universelle soziale Inbox

Vor einigen Tagen hat Facebook einen ausgebauten E-Mail Service auf seinem sozialen Netzwerk angekündigt. Das Thema wird lange und breit in Blogosphere und Medien diskutiert. Ist das die fanfarenartig ausgestossene Kampfansage an Google? Ist das das Ende der bisher gekannten E-Mail? Verschiedene Posteingänge gibt es nun schon seit langem. Wer Facebook, Xing oder LinkedIn nutzt hat jeweils einen Nachrichteneingang. Daneben gibt es die "normalen" E-Mail-Postfächer. Der glückliche Anwender hat vielleicht nur eine private E-Mail. Manch einer dagegen hat mehrere E-Mail Adressen. Extrem anstrengend und durchaus aufwendig ist es, alle Posteingänge zu überwachen und zeitnah zu bearbeiten.

Einige Medien haben von der universellen Social Inbox gesprochen, in der Facebook alle Posteingangskanäle, von E-Mail über Chat bis SMS zusammenfasse. Das soziale Netzwerk wird zur Schaltzentrale für Netzwerken sowie Nachrichten versenden und empfangen.Viele dieser Funktionen erinnern mich sehr stark an Project Vulcan, die Technologien, an der Kollegen in der IBM derzeit arbeiten. eWeek schrieb im Januar 2010 dazu IBM's Project Vulcan Is Google Wave Meets Facebook Meets BI. Ich habe ein YouTube-Video vom April 2010 in diesen Beitrag eingebettet, in dem Ron Sebastian eine Preview von Project Vulcan gibt. Eine der wesentlichen Funktionen von Project Vulcan ist aus meiner Sicht, daß verschiedenste Informationsströme in einem universellen Posteingang konsolidiert zusammenlaufen. Das können E-Mails sein. Das sind aber auch Informationen aus dem sozialen Netzwerk, Aktivitäten und Aufgaben aus Lotus Connections, Status Updates von Kollegen, mit denen ich vernetzt bin, Benachrichtigungen, daß ich eine bestimmte Passage in einem Dokument oder einer Präsentation bearbeiten muß (Project Concord), Prozesse aus SAP (die über Alloy eingespielt werden) und viele andere Informations- und Aufgabenströme. Ein Fluß von Informationen, ein electronic river of information entsteht.

Der Anspruch von Project Vulcan geht aber noch darüber hinaus. Die Informationen oder Aufgaben sollen auch direkt bearbeitet werden können, ohne in einen anderen Client, beispielsweise SAP, wechseln zu müssen. Es entsteht eine Universal Social Inbox, in der direkt gearbeitet wird. Die Anwender leben nicht mehr in der bekannten E-Mail Inbox. Sie leben in einer Oberfläche, die viel stärker durch Funktionen von Social Software geprägt ist. Vor einiger Zeit habe ich geschrieben, daß das soziale Netzwerk, das Mitarbeiterverzeichnis der Zukunft sein wird. Das hat zu Zustimmung und auch sehr kritischen Bemerkungen geführt. Ich denke, daß soziale Netzwerke auch die bekannten drögen und funkionsarmen E-Mail-Adressbücher ablösen werden. Statt nur E-Mail-Adresse und spärliche Adressinformationen zur Verfügung zu stellen, werden Präsenzanzeige, direkte Möglichkeit zum Anrufen und Anchatten, Anzeige des Netzwerks des Adressaten und weitere Funktionen zur Verfügung stehen.

Für die private Nutzung wird diskutiert, ob Facebook GMail oder andere E-Mail-Systeme ablösen wird. Im beruflichen Umfeld ist der E-Mail-Client der Zukunft vielleicht gar keiner mehr sondern ein "Social Software-Client", eine Kombination von Project Vulcan und Lotus Connections? Oder für die, die es lieber konservativer haben wollen: Der E-Mail Client der Zukunft wird immer funktionsreicher werden und bekommt deutlich mehr Funktionen wie nur Nachrichten beantworten. Die jüngere Generation soll - so ist oft zu hören und zu lesen - nicht mehr in der E-Mail Inbox leben. Sie leben online in sozialen Netzwerken. Es scheint so, als ob dieser Trend auch in Unternehmen Einzug halten könnte, einhergehend mit einem weiteren Paradigmenwechsel. Bisher arbeiten wir E-Mail-orientiert, senden Nachrichten von einer Person an ein oder mehrere Empfänger. Nun könnte die einer Öffentlichkeit oder einer Teilöffentlichkeit zugänglich gemachte Pinnwand, das Teilen von Informationen auf schwarzen Brettern, in Wikis und Blogs, die Welle deutlich höhere Bedeutung erhalten. Auch hier scheint ein Kulturwandel statt zu finden. Vielleicht geht der professionelle "Social Software-Client" für den Unternehmenseinsatz sogar noch weiter und erlaubt die soziale Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg, natürlich in einem B2B-Umfeld dann in einer sicheren Umgebung in der Cloud? Derzeit noch unvorstellbar? Ich bin mir nicht sicher, wei weit weg wir davon wirklich sind. Das Web 2.0 mit Tools wie Twitter oder Facebook, Blogs und Wikis hat eine Ära der sozialen Transformation eingeläutet, die auch vor den Unternehmensmauern nicht halt machen wird. Und da gestaltet man lieber, statt überrollt zu werden. Ich bin auf die Lotusphere 2011 sehr gespannt.

Der Beitrag repräsentiert meine persönliche Meinung und ist keine Stellungnahme meines Arbeitgebers IBM.


 

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Sonntag, 21. November 2010

Social Media Clients und Social Media Monitoring Tools in der Übersicht - Nachlese zum DNUG Workshop

Auf dem Social Media Workshop während der DNUG Herbstkonferenz haben Lars Basche und ich am 17. November auch eine Übersicht an Social Media Clients vorgestellt. Unter Social Media Clients verstehen wir Software, die die Arbeit in und mit Social Media vereinfacht und die verschiedene fortschrittliche Funktionen bieten:

  • Aus einem Client die Möglichkeit haben, gleichzeitig Nachrichten in verschiedenen sozialen Netzwerken platzieren. Für uns relevante Netzwerke sind Twitter, Facebook, LinkedIn, Google Buzz und XING. Im Falle Twitter kann es wichtig sein, daß mehrere Twitter-Konten ausgewählt werden können. Im Falle Facebook wird künftig mehr und mehr interessant, daß neben dem persönlichen Profil auch gezielt Fan Pages mit Informationen versorgt werden können.
  • Immer mehr an Bedeutung gewinnt die Unterstützung mobiler Geräte. Wir sehen hierbei Android und die Apple-Welt mit iPhone und iPad als wichtig an. Dabei ist im Falle Apple darauf zu achten, daß es einen nativen iPad-Klienten gibt. Die Möglichkeiten des größeren Bildschirm des iPads können und sollten ausgenutzt werden.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Funktionen, die uns wichtig sind:

  • Die Möglichkeit, Nachrichten auf Termin zu legen, also zu einen bestimmten Zeitpunkt zu versenden.
  • Wer einen Firmen-Account betreut, für den kann es wichtig sein, daß ein Social Media-Client multiuser-fähig ist. Mehrere Personen befeuern ein Twitter-Konto oder eine Facebook-Seite mit Informationen. Sie sehen dabei gegenseitig, was die anderen Inhaltelieferanten machen, welche Nachrichten sie auf Termin gelegt haben. Tweets und Kommentare können zur weiteren Bearbeitung bestimmten Personen zugewiesen werden.
  • Eine Mehrspalten-Ansicht erleichtert in der professionellen Nutzung die Arbeit ungemein. In der Übersicht sieht man seine Timeline, seine eigenen Tweets, die Erwähnungen (Mentions), persönliche Nachrichten und andere frei definierbare Spalten (beispielsweise Twitter-Listen oder Twitter Searches). Jeder Anwender kann die Spalten und Informationen definieren, die er/sie sehen will.
  • Wichtig für den Bedienungskomfort ist eine Integration in den Browser. Direkt im Browser kann eine Webseite bzw. eine Nachricht oder ein Kommentar zu dieser Seite über Social Media-Kanäle verteilt werden.
  • Natürlich ist auch "Erfolgsmessung" im Sinne von Reichweitenmessung wichtig.

Für den Social Media Workshop auf der DNUG haben wir noch die Integration in Lotus Software der IBM mit erfasst. Dies war und ist für den ein andereren Teilnehmer wichtig, hat aber auch eine weiter gehende Dimension. Typischerweise werden Nachrichten extern über Twitter, Buzz oder Facebook verteilt. Daneben kann es aber auch von Bedeutung sein, Nachrichten intern im Unternehmen oder in bestimmte Communities zu verteilen.

Lotus Connections bietet auch einen Microblogging-Dienst, den viele Kollegen in der IBM intern nutzen. Lotus Sametime hat eine Präsenzanzeige, die gefüllt werden kann. Tools wie Status Updates bieten beispielsweise die Möglichkeit zu entscheiden, Nachrichten gezielt auf Twitter, Sametime und Connections, also intern und extern zu verteilen. Wir haben deshalb 3 Tools mit in die Übersicht aufgenommen, neben dem Status Updater noch Wildfire und Connections Glue. Der Status Updater und Wildfire sind frei über die OpenNTF-Organisation kostenlos verfügbar, Connections Glue kostet Lizenzgebühren.

An "externen" Social Media Clients haben wir Tweetdeck (das Lars nutzt), CoTweet (das Lars und ich für Lotus_DE nutzen), Seesmic (das ich lange genutzt habe) und Hootsuite nebeneinander gestellt. Hootsuite gibt es in einer kostenfreien und einer Pro-Version, die quasi Profifunktionen (Multiuser-Fähigkeit, Analytics) bietet, dann aber kostet. Ähnlich verhält es sich auch mit CoTweet, das es in einer Standard und einer Enterprise Edition gibt.

Hier die Tools im Funktionsvergleich. Sollten Fehler vorliegen oder sich Funktionen ändern, einfach melden.

Hootsuite beispielsweise hat unterdessen einen nativen iPad-Client, der auch sehr vielversprechend aussieht. Am Montag war der wohl noch nicht verfügbar bzw. mir nicht bekannt, wie man ja auch der ursprünglichen Präsentation vom Workshop entnehmen kann. Wir werden bzw. haben die Tabelle nachgepflegt.

Neben Social Media Clients haben wir auch Social Media Monitoring-Tools auf den Workshops vorgestellt. Sinnigerweise bin ich nun über ein Posting auf SocialMediaToday gestossen, das verschiedene Tools nebeneinander stellt, so auch Google Alerts, Hootsuite, Social Mention und Radion6, die wir behandelt haben.

Figure 1: Social Media Monitoring Tools - Features Matrix

Die Produktmatrix aus dem Business.com Solution Guide ‘Top Tools to Measure Your Social Media Success’. Herzlichen Dank dafür. Wir werden die Übersicht aufnehmen.

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Samstag, 20. November 2010

Von Nachrichtenflut, Marketingautomatismen, Richtlinien und Data Privacy - Nach dem Social Media Praxisworkshop der DNUG

Eine geschäftige Woche liegt hinter mir. Zwischen Montag und Mittwoch (15. bis 17.11.2010) war ich größtenteils auf der DNUG Herbstkonferenz in Frankfurt, die unter dem Motto "Meet. Connect. Benifit." stand. Am Montag führten Lars Basche und ich erstmal (und zweimal hintereinander) einen Praxisworkshop Social Media durch. Ziel des Workshops war es, den Teilnehmern praktische Tipps zu geben, wie sie sich als Mitarbeiter eines Unternehmens in sozialen Medien bewegen können. Der erste Teil des dreistündigen Workshops stand sehr stark unter dem Fokus Social Media Guidelines. Als Beispiel dienten die Guidelines der IBM, die ja oft als Vorbild auch von anderen Unternehmen herangezogen werden - und die natürlich öffentlich verfügbar sind.

IBM ermutigt darin seine Mitarbeiter explizit, in sozialen Medien aktiv zu sein, sich aber auch als IBM Mitarbeiter erkennen zu geben, wenn IBM-nahe Themen diskutiert und kommentiert werden. Dabei sollen die Mitarbeiter deutlich machen, daß sie ihre persönliche Meinung äußern und keine offizielle Stellungnahme seitens der IBM abgeben. Die Mitarbeiter agieren also eigenverantwortlich. Natürlich (eigentlich sollte das selbstverständlich sein) sollten auch in den sozialen Medien die Regeln des respektvollen Umgangs miteinander ebenso wie der gesunde Menschenverstand gelten. Deutlich wurde in beiden Veranstaltungen, daß trotz Guidelines rund um das Thema soziale Medien als Mitarbeiter nutzen Fragen bleiben, die eben auch in genau solchen Workshops diskutiert werden müssen.

Beim zweiten Teil des Workshops ging es dann um Tipps und Tricks. Wie informiere ich mich? Welche Arbeitsweisen kann man anwenden, um Themen zu finden und zuzuhören (Social Media Monitoring)? Welche Tools und Social Media-Clients gibt es? Abgeschlossen haben wir den Workshop mit Praxsbeispielen, die Lars und ich hoffentlich während des ganzen Workshops immer wieder haben einfließen lassen.

Zwei kritische Bemerkungen stachen für mich heraus: Jörg Allmann monierte erneut eine zu hohe Automatisierung im Bereich Social Media, seiten der Lotus-Marke der IBM und von mir persönlich. Durch Mechanismen, wie wir sie im Bereich Social Media einsetzen, fühlt er sich auf allen Kanälen überflutet. Und durch diese Überflutung ist er genervt und liest die Nachrichten gar nicht mehr. Er vermißt eine Art Kennzeichnung, was denn nun wirklich wichtig ist und was nicht.

Tja, lieber Jörg, ich nehme Deine Kritik hier durchaus sehr ernst und versuche auch schon seit einiger Zeit, die von mir verschickten Informationen herunterzudampfen und gezielter zu steuern. Twitter ist für mich dabei der Nachrichtenkanal, über den ich "alles Interessante" verteile. Facebook setze ich unterdessen selektiv ein und versuche es zu vermeiden, zu viele Nachrichten dort zu posten. Google Buzz wird automatisch gefüttert, eigentlich nur, um meine Kommunikation mit Martin Koser aufrecht zu erhalten, der ein überzeugter Buzz-Anwender ist.

Und da sind wir auch beim Punkt, warum ich persönlich dieselben Nachrichten in verschiedenen Kanälen publiziere, vom Tweet, den ich über Hootsuite gezielt auf Twitter, Facebook oder LinkedIn verteile, bis zum Blogeintrag, den ich über Posterous und dessen Auto-Publishing veröffentliche. Ein Blogbeitrag wie dieser taucht dann in meinem privaten Blog ebenso auf wie auf Facebook. Und es ist auch sehr interessant zu beobachten, wo plötzlich Reaktionen und Diskussionen entstehen. Mein Beitrag Mein Geist ist schwach, der Geldbeutel offen - Gedanken eines Anwenders, der Apple (auch) im Unternehmen nutzt wurde beispielsweise von Arnd Layer und Doro Toereki auf Facebook kommentiert. In meinem Blog kam es zu keiner Reaktion. Mein Artikel zu Social Business dagegen erzeugte in meinem privaten Blog diverse Kommentare und Diskussionen.

Ich erkenne noch keine Logik, warum mal hier, mal dort diskutiert wird. Der entscheidende Faktor scheint die persönliche Vorliebe des jeweiligen Kommentators zu sein. Arnd und Doro sind auf Facebook aktiv, Alex Stocker und andere eher direkt im Blog. Martin Koser nutzt Buzz, andere sind nur auf XING oder Facebook aktiv, und so weiter. Ich habe das auch mal als Zerfledderphänomen bezeichnet. Diskussionen können sich auf verschiedenen Plattformen verteilen - und dies ist teilweise durchaus anstrengend und Diskussionsströme kommen leider nicht mehr zusammen. Aber mir persönlich sind die Kommentare der Menschen, meines Netzwerk auf Facebook, Twitter, Buzz und in meinem Blog wichtig. Deshalb "cross-publishe" ich. Natürlich würde ich mir wünschen, daß mein Blog die zentrale Plattform wäre, aber c'est la vie. Und Vielfalt ist im Grunde gut, finde ich.

(Aber noch ein Tipp an Dich, lieber Jörg: Wenn ich über was privat blogge, ist es mir in der Regel wichtig. Wenn Du also meinem Blog folgst ...)

Und natürlich werde ich, werden wir (Lars und ich) die Bedenken ernst nehmen und versuchen, darauf zu achten, die "Empfänger" nicht zuzuspammen und die Marketingautomatismen nicht zu übertreiben. Also sorry, wenn ich den ein oder anderen nerve. Ich bin ein Informationsjunkie, jemand, der Informationen sehr schnell erfasst (Schnellleser) und weiterverarbeitet und verteilt. Man kann ja auch wegschalten, wie es Jörg wohl (leider) derzeit tut.

(Und nein, liebe Notes-Hexe, ich habe wirklich keinen Ghostwriter, der für mich zwitschert oder bloggt. Kommt alles noch direkt von mir.)

Eine weitere heiße Diskussion entspann sich um das Thema Data Privacy und Compliance. Carsten Schöpp von der Uni Koblenz vermisste im Workshop die Aufklärung bzw. die Hinweise auf Datenschutzaspekte und -risiken. Ja, Aufklärung darüber, was Google, Facebook und Konsorten tun, was ihr Geschäftsmodell ist und demzufolge zu erwarten ist, muß unbedingt sein. Wir werden uns sicher überlegen, in eventuell kommenden Workshops explizit nochmals darauf hinzuweisen. Und wie desöfteren während beider Workshops erwähnt, ist Aufklärung und Ausbildung nötig, angefangen vom Elternhaus über Kindergarten, Schule, Universität bis hin zur Erwachsenen- und Seniorenbildung. Deshalb haben wir ja auch den Workshop angeboten.

Nochmals herzlichen Dank für die Teilnahme und rege Diskussion, die gerne weiter gehen kann.

Und hier ist die Präsentation, die wir hoffentlich ständig weiterentwickeln werden:

 

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The Android Market, Visualised [Infographic]

Donnerstag, 18. November 2010

Mein Geist ist schwach, der Geldbeutel offen - Gedanken eines Anwenders, der Apple (auch) im Unternehmen nutzt

Ja, es gibt durchaus Gründe, Apple und seiner Produktpolitik kritisch gegenüber zu stehen ... Ich gebe aber zu, daß mich die Technologie weiterhin begeistert und ich einer homogenen Apple-Welt sehr glücklich lebe. Seit jetzt mittlerweile 1,5 Jahren arbeite ich auf einem MacBook einer schon lange nicht mehr neuesten Baureihe mit 3 GB Hauptspeicher und 500 MB Festplatte (nachgerüstet). Noch immer bin ich von der Geschwindigkeit gegenüber Windows absolut begeistert. Während Kollegen noch ihren Rechner hochfahren, ist mein Rechner da. Daß das so bleibt, stelle ich dadurch sicher, daß ich mit Cocktail regelmäßig diverse Caches reinige und das scheint hervorragend zu funktionieren Auch Lotus Notes lädt deutlich schneller und Lotus Symphony bietet mir die Office-Funktionen, die ich brauche. Wie sagte es Kollege Stefan Krüger gestern auf der DNUG, der gerade ein MacBook Air gekauft hat: "Da ist ja alles rattenschnell." Viele andere Business-Anwendungen wie Lotus Connections oder LotusLive laufen im Browser, wodurch ich dann gar keine Probleme habe. Eine Reihe weiterer Werkzeuge komplettieren meinen Arbeitsplatz der Gegenwart. Ich bin hochzufrieden und zu meinem Leidwesen gibt es derzeit gar keinen Grund, ein neues Macbook anzuschaffen.

Neben dem MacBook haben sich über die Jahre ein Reihe weiterer Apple-Toys angesammelt. Mein iPod ist nun schon einige Jahre alt, aber noch immer als Musikmaschine zuhause und im Auto im Einsatz. Das iPhone ist mein Telefon of choice, synchronisiert mit meinem Geschäftsanwendungen. Und seit wenigen Wochen nutze ich auch ein iPad vor allem auf dem Sofa und unterwegs, natürlich mit synchronisierter E-Mail. Lotus Connections ist nun auch für iPhone und iPad verfügbar, so daß ich auch IBM-intern und auf EULUC nativ auf den Apple-Devices mobil sozial netzwerken kann. Einziger Wermutstropen ist noch immer, daß meine Time Capsule-BackUp-Maschine wohl noch immer mit meinem T-Home Entertain-Paket wireless kollidiert (und sich Telekom dazu nicht mehr äußert. Steve Jobs kann mir also extrem dankbar sein, daß er sich auch durch mich die tägliche Suppe leisten kann.

Nun bin ich noch auf interessante Artikel und Links zum Thema gestoßen, die ich eigentlich nur teilen wollte. Peter Marwan hat auf silicon.de einen ausführlichen Bericht zu Apple in Unternehmen: Chancen und Stolperfallen geschrieben und erwähnt dort unter anderem die Enterprise Desktop Alliance, wo auch mein Arbeitgeber IBM Mitglied ist. In einer Umfrage, die vor allem an amerikanische Administratoren gestellt wurde, kam heraus, daß Macs in Firmen die am schnellsten wachsende Plattform sind, die Dominanz von Windows dagegen allmählich abnimmt. Peter Marwan schreibt weiter:

Wie auch bei der i-Meeting-10-Konferenz wieder einmal deutlich geworden ist, geht die Hinwendung zu Apple oft von der obersten Managementebene aus – Einkäufer und IT-Abteilung werden häufig erst einmal nicht gefragt. Die Apple-Befürworter suchen dennoch nach Argumenten, wie sie ihre zunächst mit dem Bauch getroffene Entscheidung begründen können. Die liefert ihnen jetzt eine Studie von Professor Gronau vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam.

Die Studie hat ein 200 Mitarbeiter Unternehmen untersucht und einige mich verblüffende Ergebnisse produziert: In einer Windows XP/Office 2003 Umgebung ergab die Mac-Plattform demzufolge pro Jahr durchschnittlich einen Produktivitätsgewinn von 41 Stunden gespart, beim Einsatz von Office 2007 noch 36 Stunden. Interessante Zahlen.

Auf der DNUG Frühjahrskonferenz diese Woche gingen einige Tweets um, wieviele Besucher doch Apple-Geräte benutzen. Das kam wohl eher von den Anhängern von Android. Peter von Bechen zitierte in seinem Talk mit Jörg Allmann die enormen Wachstumszahlen von Android, die das iPhone unterdessen überflügelt haben. Die Diskussion habe ich die vergangenen Woche ja auch einmal spaßeshalber mit Mirko Lange geführt, der seinen Samsung Galaxy benutzte. Ich denke, daß Android eine sehr valide Alternative für Telefon und Tablet ist, aber wo ist die Alternative für das Macbook? Der Chrome-Browser mit allen Funktionen integriert? Oder aber der Arbeitsplatz komplett in der Cloud, so daß das Betriebssystem gar keine Geige mehr spielt? Na, ich bin gespannt, was Jörg und Peter von Bechen auf der nächsten DNUG Konferenz aus dem Kaffeesatz der IT-Trends lesen werden. Bis dahin wird mein Fleisch und Geist wohl weiter schwach und mein Geldbeutel für überteuerte Apple-Produkte geöffnet bleiben. Und ab und an werde ich meine Erfahrungen und Gedanken hier posten.

 

 

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Sonntag, 14. November 2010

Von Enterprise 2.0 und Social Media zum Social Business

Es deutet sich eine neue Debatte rund um Enterprise 2.0 und Social Media an. Auf der Enterprise 2.0 Konferenz in Santa Clara wurde vermehrt der Begriff Social Business (anstelle von Enterprise 2.0) verwendet.

Martijn Linssen macht sich ein wenig darüber lustig. Andrew McAfee verteidigt seine Definition von Enterprise 2.0 - und erklärt, daß er das Thema Social Business für antiquiert halte.

Zugebenermaßen bin ich mir nicht sicher, ob die neue Begrifflichkeit Sinn macht, jetzt, wo endlich das Thema Social Software im Enterprise 2.0 abzuheben scheint. Es gibt Pros und Contras.

Pro Enterprise 2.0, contra Social Business:

  • Der Begriff Enterprise 2.0 wurde über 2-3 Jahre geprägt und immer wieder diskutiert.
  • Enterprise 2.0 liegt terminologisch nahe am Web 2.0, was man ja auch kennt.
  • Die "Empfänger" sind immer neuer Marketingbegriffe müde.
  • "Social" und "Business" sind in Deutschland ein Widerspruch in sich - leider.

Pro Social Business:

  • Enterprise 2.0 ist zu eng gefasst. Enterprise 2.0 muß sein, aber wir müssen über die Unternehmensgrenzen hinaus denken - und gehen.
  • Social Media ist zu B2C-orientiert. Social Business gibt begrifflich die notwendige Nähe zum "Business".
  • Begriffe wie Social CRM etc. greifen zu kurz. Social Business fasst das Thema weiter und umfassender. Das Konzept "Social everywhere", Funktionen von Social Software in vielfältigen Anwendungen, wird durch den Begriff Social Business besser repräsentiert.

Diese Grafik der Dachis Group finde ich ganz erhellend und logisch:

Was ist Eure Meinung?

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Donnerstag, 11. November 2010

Die Macht der Empfehlungen | Social Media Today

Centers of influence, or COI’s, are people in the community that generate sales for your business through referrals.  Sometimes they’re customers. Sometimes they’re not. Some are members of your target market who influence their peers.  Others operate complimentary businesses and share their customers.  They are well connected. They have ability to generate large volumes of business for your company by referral — and they’re online.

When you describe social networks to executives, define them using the referral opportunity they represent:

Facebook: the largest referral network of consumers in the world. B...

Twitter: the loudest referral network in the world. ...

LinkedIn: the largest B-to-B referral network in the world. ...

The goal of an effective social media program is to attract, gather and nurture COI and customer relationships that will generate ongoing referrals, increased awareness and future sales.

Die Diskussion um den Return-on-Investment von Social Media erscheint uralt (obwohl es Social Media noch gar nicht so lange gibt). Viele tun sich schwer, die harten Dollares nachzuweisen, die durch Social Media-Aktivitäten eingespielt werden. Im B2B-Segment ist dies noch schwieriger und ich achte penibel darauf, die direkt nachvollziehbaren Erfolge auch zu dokumentieren.

Ich halte den Ansatz von Troy Janisch für eine weitere flankierende Maßnahme, wie man Social Media gerade auch dem Management verargumentieren kann. Troy definiert Centers of Influence, Leute, die durch Diskussion und Empfehlungen andere bei der Entscheidung für Produkte oder Dienstleistungen beeeinflussen. LinkedIn würden wir für Deutschland sicher anders einordnen und durch Xing ersetzen, aber insgesamt eine gute weitere Argumentation, die ja durch entsprechende Studien unterstützt wird, daß sich Entscheider heute im Netz informieren, bevor sie kaufen.

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Wo sind die Waldarbeiter von heute? Auf Cheftagen (via Harvard Business Manager)

Wir haben im Rahmen einer aktuellen Untersuchung ermittelt, dass in einem internationalen Elektronikkonzern etwa 60.000 Mitarbeiter in einem Jahr 300 Millionen Emails versenden. Von diesen löschen sie wiederum 85 Prozent, ohne sie zu lesen - ein erschreckend hoher Wert. Ein durchschnittlicher Mittelmanager verbringt circa eine Stunde pro Tag allein damit, die E-Mails zu sichten und zu löschen. Eine weitere Stunde benötigt er, um auf relevante Mails zu antworten. Eine namhafte Beratung hat zudem zeigen können, dass Manager weitere zwei Stunden am Tag damit zubringen, Informationen zu suchen - von denen nicht einmal 50 Prozent einen wirklichen Nutzen darstellen. Den Rest der Zeit verbringt ein Großteil der Manager einer Matrixorganisation in Meetingmarathons, um sich mit Vorgesetzten und Untergebenen, anderen Abteilungen und Ländergesellschaften abzustimmen. Damit ist das Management heute bestenfalls so effektiv wie die Waldarbeit vor 50 Jahren.

Ein sehr interessanter Beitrag, dessen Thesen ich in vielen Bereichen nur unterstreichen kann. Der gemeine Manager lebt in der E-Mail Inbox, in Excel-Tabellen, unzähligen Slides, in Telefonkonferenzen Meetings und auf seinem Blackberrry. Dies sind sicher einerseits festgefahrene Arbeitsweisen und Rituale. Doch jenseits dessen dürfen wir auch Verhaltensweisen nicht ignorieren, die dahinter stehen: Bewahren von Herrschaftswissen, Schutz der eigenen Machtstellung, Division und Abteilung. Die Mehrzahl der Manager haben sicher den Eindruck, daß die Tabelle und Präsentation im persönlichen Posteingang in jeder Weise sicherer geschützt ist als die entsprechende Information im Blog und in der gemeinsam genutzten Dateibibliothek.

Bei modernen Enterprise 2.0-Arbeitsweisen geht es nicht primär um Technologien. Es geht vor allem auch um Umdenken, sich und seine Informationen öffnen und diese kollaborativ im Team zu teilen, wo sinnvoll weiter zu entwickeln und zu diskutieren. Die entsprechenden Sicherheitsmechanismen, um Informationen und Diskussionen der Chefetage in geschützter Umgebung zu teilen und zu diskutieren, sind da. Doch es muß auch der Wille da sein, miteinander zu teilen und zu reden, zusammen zu arbeiten. Und das auf der Management-Etage, als generelle Kultur im Unternehmen und künftig sogar in der Kommunikation mit den Kunden über soziale Medien. Der Chef 2.0 ist aus meiner Sicht in hohem Maße ein Kommunikator, ein Dirigent, der die Solisten in sein Orchester einbindet, das beste aus ihnen herauskitzelt, um ein grandioses Konzert abzuliefern, zu dem seine Zuhörer, die Kunden und Investoren, frenetischen Applaus spenden.

Enterprise 2.0 bedeutet nicht sozialistische Gleichschalterei und Abwesenheit von Hierarchien und Entscheidungen. Enterprise 2.0 bedeutet Entscheidungen anders treffen, Informationen intelligenter erfassen, moderne Social und Business Analytics-Werkzeuge nutzen, um hoffentlich auf einer fundierteren Wissensbasis bessere Entscheidungen oft auch schneller treffen zu können. Das passt ja gerade perfekt zum Launch vo Lotus Connections 3.0, das Social Analytics enthält. Das passt zu Cognos 10, wo wir ein Business Analytics-Werkzeug mit kollaborativen Funktionen ausstatten.

P.S. Ich finde den Ansatz der Kollegen aus dem Smarter Work-Team der IBM sehr interessant, die das smartere Vorstandssekretariat gestaltet haben. Vielleicht ist ja genau dieses Sekretariat ein Hintertürchen, um das Tor zum Enterprise 2.0 stärker aufzustossen.

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Sonntag, 7. November 2010

Der Posteingang der Zukunft ist sozial, persönlich und prozessorientiert

Es sind Wochen der Konferenzauftritte, Redaktionsbesuche und Podiumsdiskussionen: von der Social Media Konferenz in München über die DMS in Stuttgart bis zum Enterprise 2.0 Meetup in München. Und kommende Woche (ab 8. November) geht es weiter. Morgen wird es einige interessante Nachrichten geben und am Mittwoch bin ich auf dem Convention Camp in Hannover. Mal schauen, ob mein Vortrag in der Open Space-Veranstaltung "genommen" wird. Am 15. November geht es dann zur DNUG nach Frankfurt. Zusammen mit Lars Basche werde ich dort am Vortrag einen Social Media Praxis-Workshop durchführen und auch noch am 17. November einen weiteren Vortrag halten.

Besonders anregend war in er vergangenen Woche das Enterprise 2.0 Meetup. Auf diesee Veranstaltung, die maßgeblich durch Jen Schröter und Friedel Patzak organisiert wird, gab es eine sehr rege, lebhafte und inspirierende Diskussion, aus der ich einen Aspekt hier nochmals aufgreifen möchte, da ich mich "mißverstanden" fühle:

Hier hat mich Martin Lindner (mit dem ich noch eine sehr anregende Diskussion geführt habe) doch wohl etwas falsch interpretiert Lotus Connections ist sicher kein aufgebohrtes E-Mail-Adressbuch-Cockpit. Es handelt sich um eine vollständige Enterprise 2.0-Plattform, die alle wichtigen und notwendigen Services von Social Software umfasst: Das reicht vom sozialen Profil der Anwender über Microblogging à la Twitter zu Blogs und Wikis, Datei Sharing und Aktvitätensteuerung bis hin zu gemeinsam geteilten Lesezeichen. Natürlich können sich die Anwender in Communities organisieren. Und alles kann getaggt und auch über Tags wieder gesucht bzw. gefunden werden. Bei Lotus Connections merkt man sofort, daß es eine von Grund auf für das Enterprise 2.0 entwickelte Plattform ist und kein Produkt, wo man derzeit mühsam versucht soziale Funktionen anzubauen.

Jeder Anwender, der sich privat im Web 2.0 bewegt, versteht Lotus Connections intuitiv, denn es kombiniert die Funktionen eines Geschäftsnetzwerks mit Funktionen à la Delicious, WordPress und Dropbox. Nur sind die im privaten Web 2.0 separierten Dienste in Lotus Connections integriert und von Grund auf für den professionellen oder Unternehmenseinsatz konzipiert. Und es gibt zahlreiche Referenzen: von BASF, Rheinmetall über die Plattform der deutschen Lotus-Kunden (EULUC) bis hin zu IBM developerWorks mit 8 Millionen Mitgliedern. Lotus Connections ist auf dem Blackberry als nativer mobiler Client verfügbar. Die iPhone-Version von developerWorks zeigt, wie sich das Produkt auf dem Apple Device anfühlt und auch Android-Versionen dürften nicht weit weg sein. Auch deshalb sprechen wir von Social everywhere ...

Lotus Connections ist ein Social Software-Powerhouse, das ständig erweitert wird. Weitere Funktionen kommen in Kürze hinzu ... Und Lotus Connections kann hervorragend in bestehende Arbeitsumgebungen integriert werden, von Lotus Notes - wie oben erwähnt - bis zu Microsoft-zentrischen Umgebungen. Die Profilkarte von Connections ist ebenso in Microsoft- wie Lotus-Umgebungen in vollem Funktionsumfang verfügbar. Hier zeigt sich einmal mehr, was wirkliche Offenheit im Gegensatz zum bewussten Schaffen von Abhängigkeitsspiralen bedeutet. Offensichtlich müssen wir diese Nachrichten noch wesentlich besser in den Markt kommunizieren, um den personenzentrierten Ansatz von IBM gegenüber dateizentriertem Sharing zu begegnen. Wir bewegen uns vom Zeitalter der Dateien in das Zeitalter des Social Business, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Bleibt zu hoffen, daß Entscheider sich das wirklich in der Tiefe anschauen und sich nicht mit 50 %-Lösungen und Marketing zufrieden geben.

Martin referenziert in seinen Tweets direkt (oder indirekt) auch auf Luis Suarez und seine Thesen rund um ein Leben jenseits der Inbox. Luis versucht bewußt, seine Kommunikation aus dem E-Mail Posteingang hin zu sozialen Medien zu verlagern. Das ist in vielerlei Beziehung begrüssenswert. Wie oft ärgere ich mich persönlich über Kolleginnen und Kollegen, die große Dateianhänge per E-Mail versenden statt sie nur per Link zu teilen. Wie oft nerven mich die berühmten "Announcement-E-Mails" mit Nachrichten, die viel besser per Wiki oder Blog kommuniziert werden könnten. Die Liste der "Verfehlungen" ließe sich fortsetzen.

Jedoch gehört aus meiner Sicht auch ein differenzierter Blick auf das Leben jenseits der Inbox. Ich glaube, daß es weiter einen Posteingang braucht. Dieser Posteingang sieht aber ganz anders aus als der, den wir heute kennen. In dem Posteingang von Morgen laufen alle Informations- und Aktivitätenströme zusammen, die für den jeweiligen Anwender relevant sind. In der Zukunft werden E-Mails mit  Aktivitätenströme aus SAP oder anderen Tools in zusammengeführt in einem universellen Posteingang, dem Posteingang der Zukunft und der Zukunft von E-Mail. Statt von einem Posteingang zum nächsten zu springen, von E-Mail zu SAP zu BPM Tools und relevanten News, werden die Nachrichten und Aufgaben nicht nur an einer Stelle zusammengeführt. Sie werden dort auch direkt bearbeitet.

Im Grunde sind Hippie 2.0 Luis und ich uns einig. E-Mail ist für viele Dinge heutzutage nicht geeignet und zeitgemäß. Die Zusammenführung und Vereinfachung der Arbeit durch Zusammenführung aller Nachrichten- und Aufgabenkanäle dagegen ist visionär und zukunftsweisend. Das ist der Posteingang der nächsten Generation, der aber nicht mehr E-Mail-, sondern persönlich und aufgaben- oder prozesszentriert ist.

Dieser Beitrag ist mal wieder eine persönliche Stellungnahme.

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Samstag, 6. November 2010

Arbeitsplatz der Zukunft: Immer mehr geht in der Cloud [Reloaded]

Das Posting basiert auf einem Artikel, den ich zum Launch von LotusLive 1.3 geschrieben habe. Für silicon.de hab ich diesen Beitrag überarbeitet und neutralisiert.

Nach den Ankündigungen der vergangenen Wochen – von Office 365 bis LotusLive 3.1 – scheint klar: Der Cloud-Hype hat im Kielwasser von Google Apps den Arbeitsplatz erreicht. Welche Folgen das hat, beschreibt IBM-Manager Stefan Pfeiffer.

Jenseits des Marketinghypes wird für mich immer klarer, dass cloud-basierte Dienste den klassischen Arbeitsplatz verändern werden beziehungsweise schon verändert haben. Wir bewegen uns sukzessive – wie es Ray Ozzie geschrieben hat – in eine Post-PC-Welt mit Web Devices, an denen gearbeitet wird. Der PC mit seinem Betriebssystem wird in den Hintergrund rücken. Die Cloud-Dienste werden von den unterschiedlichsten Endgeräten aus genutzt werden. Im Prinzip wird das, was wir privat aus dem Web kennen, nun auch in Unternehmen Einzug halten.

Der klassische Arbeitsplatz wird immer mehr verschwinden und schon bald sehen wir "hybride" Arbeitsplätze. Während bestimmte Funktionen weiterhin im klassischen Modell "on premise" in der Unternehmens-IT zur Verfügung gestellt werden, beziehen die Nutzer andere Dienste "aus der Wolke". Dabei ist die so genannte "Private Cloud" eigentlich nicht viel Neues im Vergleich zu dem, was seit Jahren etwa als Hosting betrieben wird. Das eigentlich Neue sind Services aus der "Public Cloud" sowie die Mischung der verschiedenen Servicemodelle. Die attraktiven Preise werden viele Unternehmen zum Nachdenken bringen – und nicht nur die Experton Group sagt voraus, dass der Markt explodieren wird.

Der Arbeitsplatz in der Cloud nimmt unterdessen immer schärfer und konkreter Kontur an. Im Bereich Kollaboration oder Online Zusammenarbeit können in der Wolke unterdessen folgenden Funktionen zur Verfügung gestellt werden:

Webbasierte E-Mail und Kalender-Funktionen als Standard. Wie in der privaten Nutzung mit Yahoo-Mail oder Web.de werden immer mehr Anwender auch im Unternehmen browserbasiert und eben von verschiedenen Devices (Smartphone, Tablet) E-Mails bearbeiten.

Vom Adressbuch zum Netzwerk: Die bestehenden Adressbücher werden übernommen und sind Ausgangspunkt zum Aufbau eines Netzwerkes , in dem man arbeitet und kommuniziert.

Anwender und Kontakte werden in Communities organisiert beziehungsweise organisieren sich viral selbst. Communities meint hier den Zusammenschluss und die Organisation bestimmter Personen zu gemeinsamen Projekten, in den man Daten und Dateien austauscht, Lesezeichen teilt und zu Themen diskutiert.

Dateien liegen dabei verstärkt in der Wolke und werden (hoffentlich) nicht mehr so oft als Attachment verschickt. Das Dropbox-Prinzip hält auch in Unternehmen Einzug. Dateien sind online für verschiedene Devices verfügbar und ich kann diese Anderen (oder auch einer Community) gezielt verfügbar machen, zum Lesen oder Bearbeiten.

Und das gilt ebenso für Aktivitäten, quasi ein Mini-Projektmanagement-Werkzeug. In LotusLive haben wir damit zum Beispiel gemeinsam mit einer Vielzahl externer Partner das IBM Lotus JamCamp in diesem Jahr organisiert und sind derzeit dabei, die zweite Ausgabe im nächsten Frühsommer zu planen.

Online-Konferenzen werden ein alltägliches Werkzeug werden. Man kann Personen online zusammenschalten, sich gemeinsam Daten und Dateien anschauen, Projekte besprechen und das dokumentieren. Dies geschieht ad hoc mit wenigen Mausklicks ohne lange technische Vorbereitung.

Eine Chat-Funktion für den schnellen Austausch darf natürlich auch nicht fehlen, inklusive der Einbindung externer Services wie Skype.

Ein zusätzliches Highlight wird dann noch die gemeinsame Live-Bearbeitung von Dokumenten im Team, inklusive der Möglichkeit, bestimmten Autoren bestimmte Textbereiche oder Kapitel zum Schreiben oder Redigieren zuzuweisen.

Viele der gerade aufgezählten Funktionen zeigen aber auch einen Paradigmen-Wechsel in der Art, wie man arbeitet. Verhaltens- und Kommunikationsmuster des Web 2.0 übertragen sich auf die Zusammenarbeit im Unternehmen. Der Mensch und sein Netzwerk rücken in den Vordergrund, die Datei ein gutes Stück weit nach hinten.

Das Analystenhaus PAC hat diese Übertragung des Social-Networking-Modells in die Geschäftswelt in einem White Paper analysiert. Diese Art zu kommunizieren (und zu arbeiten) ist kennzeichnend für die, die als Digital Residents aktiv sind oder als Mitglieder der Generation Y in die Unternehmen kommen.

Die technischen Möglichkeiten der Cloud und der gerade geschilderte Netzwerk-Gedanke werden aber auch dazu führen, dass vermehrt unternehmensübergreifend in der Wolke zusammengearbeitet wird. Es gibt unzählige Branchen und Abteilungen, in denen projektorientiert mit dem Kunden, dem Geschäftspartner, dem Dienstleister oder Lieferanten zusammengearbeitet wird. Bisher geschieht dies traditionell über E-Mail und Telefon. Die kollaborativen Arbeitsplätze in der Cloud mit den gerade beschriebenen Funktionen ermöglichen hier schnell und vor allem sehr viel effizienter gemeinsam zu arbeiten und letztendlich gemeinsam bessere Ergebnisse zu erzielen.

Und last but not least werden cloud-basierte Services miteinander zusammenspielen und miteinander integriert werden müssen. Skype ist ein Beispiel, wo ein Service, der vor allem privat genutzt wird, mit einer Business-Lösung aus der Cloud kombiniert wird. Aber auch Business-Lösungen verschiedener Anbieter werden zusammenspielen und sich ergänzen, beispielsweise salesforce.com als CRM-System mit LotusLive zur Online Kollaboration. Es entsteht ein neues Ökosystem in der Cloud, in der Services miteinander kombiniert und integriert werden.

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Freitag, 5. November 2010

Internet-Anbindung : Autos werden zu mobilen Multimedia-Plattformen - Auto - Auto-Technik - Handelsblatt.com

Der einfache Griff zum Handy steht während der Autofahrt schon unter Strafe. Doch in Zukunft sollen wir E-Mails checken, Kontakte aus sozialen Netzwerken pflegen, aktuelle Routentipps abrufen, - und das alles vom Autositz aus, ungestraft natürlich. Wie Entwickler das Fahrzeug besser mit dem Internet vernetzen wollen.

Audi A7 und A8 als mobile Kommandozentralen. Das Auto ausgestattet mit Internet und allen notwendigen Apps. Eigentlich nur eine logische Entwicklung in Zeoten, in denen man "always on" sein muß (????). Zuerst werden es die Luxuskarossen haben, dann auch die Kleinwagen? Sprachsteuerung und -erkennung als zentrales Steuerungselement. Wieviel Multitasking und Ablenkung verträgt der Fahrer? Oder sollten gewisse Funktionen doch besser nur den Mitfahrern oder im Parkmodus zur Verfügung stehen?

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Dienstag, 2. November 2010

Das iPad ist gut im Bett - CIO.de

Für das iPad - aber nicht unbedingt gegen Notebooks - spricht auch die Tatsache, dass die Benutzer ein Fünftel ihrer Zeit mit dem Gerät im Bett verbringen.
via cio.de

Bei dieser Überschrift muß man den Artikel zitieren. Es besteht ja die Hoffnung, daß das iPad auf den/die Besitzer/in abfärbt. Auch habe ich natürlich Mirko Lange (@talkabout) gefragt, ob sein Samsung Galaxy auch so gut im Bett sei. Mal schaun, was da kommt. Angesichts der Überschrift denke ich natürlich auch an Ibrahim Evsan und die Vorträge, die ich zuletzt von ihm gehört habe: Benutzer streicheln das iPad und iPhone. Hoffen wir also, daß sie es nicht nur mit dem geliebten Gerät tun, sondern auch ihre Lebenspartner noch so richtig durchkuscheln.

Ich persönlich gehöre derzeit zum Typus Sofa- und Reise-iPad-Nutzer und vermisse vor allem ein Feature: das wasserdichte iPad, denn vor der Benutzung in der Badewanne, in der ich gerne Zeit mit Lesen verbringe, schrecke ich doch noch zurück. Doch noch zwei einige Fakten aus der Studie:

In einer weiteren Umfrage haben dieselben Marktforscher nämlich herausgefunden, dass sich lediglich 13 Prozent der iPad-Käufer den Tablet-PC statt eines anderen mobilen Computers zugelegt hätten.
via cio.de

Aus der persönlichen Nutzung kann ich das nur bestätigen. Das iPad ist mein mobiles Lese-, Surf-, sozial Netzwerken- und Schnell-mal-E-Mail-checken-Gerät geworden. Intensiv arbeiten tue ich noch immer auf meinem Macbook, da mir doch noch die Powerfunktionen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Erstellen von Präsentationen fehlt. Dies mag teilweise an mangelhafter Kenntnis liegen. Ein Tastatur- und Mausmensch muß erst die Touch-Bedienung lernen. Teilweise liegt es aber wohl auch an noch mangelhafter Funktionalität der entsprechenden iPad Apps. Selbst bei der Fülle von Apps, fehlt es mir doch hier und da an Funktionalität. Das gilt beispielsweise auch für einen guten iPad-Client für soziale Medien, der mehrere Twitter-Konten, Facebook, eventuell Buzz und LinkedIn (von Xing wage ich nicht zu träumen) "befeuern" kann. Ich möchte über ein App und nicht über diverse Tools gezielt Nachrichten verteilen und dabei wählen können, auf welchen Plattformen die entsprechende Nachricht erscheint. Die entsprechenden Clients (Tweedeck, Hootsuite etc.) sind entweder noch nicht für das iPad verfügbar oder ihnen mangelt es aus meiner Sicht an Funktionalität. Übrigens zeigt sich auch hier, daß eine gute iPhone-App nicht gleichzeitig eine gute iPad-App ist. Die entsprechenden Apps sollten zumindest an den größeren Bildschirm des iPads angepasst werden. Im Bereich Apps könnten Android/Linux-Geräte wahrscheinlich derzeit noch einige Vorteile besitzen. Ich bin aber auch überzeugt, daß mehr und mehr Poweranwendungen für das iPad und die Android-Geräte auf den Markt kommen werden. Wie sich Windows auf Tablets schlagen wird, wage ich derzeit noch nicht zu beurteilen.

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