Digital Naiv oder Digital Native. Was ist der "richtige" Weg im und im Umgang mit dem Web 2.0 - und Puzzlesteine zu Essen, Fußball und mehr ...

Dienstag, 25. Oktober 2011

[DE] Fahrendes Volk unterwegs im JamCamp Bus

Nun ist sie also vorbei, die IBM Social Business Bustour mit anschließendem JamCamp in Frankfurt. Während der Tour war ich so beschäftigt, dass ich nicht dazu gekommen bin, meine Gedanken niederzuschreiben. Das haben andere getan und ich werde die Beiträge natürlich sammeln und dokumentieren.

Los ging es für mich sehr früh am 10. Oktober mit dem Flieger nach München. Dort holte mich meine Kollegin Bianca Beutler dankenswerterweise am Flughafen ab - und wir standen im Stau. Regnerisches Wetter und einige Unfälle hatten zu einem Verkehrschaos geführt. Wir haben es dann gerade noch zu unserem ersten Termin bei Sybille Gassner von silicon.de geschafft. Kurz konnte ich einen Blick auf den Bus erhaschen und schon ging der Redaktionsbesuch los. In der knappen Zeit haben wir dann ein breites Spektrum von Themen diskutiert und natürlich stand der Einfluss von Social Media auf die Verlags- und Medienbranche mit im Mittelpunkt.

In einem kurzen Videointerview mit Sybille Gassner habe ich dann die anstehende Bustour so beschrieben, dass nun ein fahrendes Völkchen durch deutsche Unternehmen zieht, um das Thema Social Business zu diskutieren. Und im Nachhinein ist das auch eine gute Beschreibung (Maria Gomez hat das Bild dann auch zur Einleitung des Events in Frankfurt benutzt). Das fahrende Volk fand sich dann erstmals so richtig im Bus auf dem Weg von München nach Ehningen zusammen. Das Wetter wurde besser und ohne Stauunterbrechung wurde der IBM Campus erreicht. Zur Freude aller Busfahrer (und zu meiner Überraschung) gab es WiFi im Bus, so dass das bunte Völkchen (mit einigen Funkzellenunterbrechungen) meist online sein konnte.

In Ehningen ging es dann um die IBM-interne Adaption von Kollaborationstechnologien. Wie bekommt man die Anwender, dass sie die Funktionalität von Instant Messaging und Social Software besser ausschöpfen? Wie überzeugt man an E-Mail gewöhnte Mitarbeiter von den Vorteilen von File Sharing, Wikis und Blogs? Arnd Layer berichtete über die internen Smarter Work-Roadshows, bei denen die Kollegen aus TechSales durch die IBM Niederlassungen ziehen, um vor Ort die Kolleginnen und Kollegen zu "enablen", technisch aber auch "Social Business-philosophisch".

Übernachtet wurde dann in Gärtringen, bevor dann der Bus am 11. Oktober zur Social Business-Veranstaltung des IBM Business Partners Fritz & Macziol nach Karlsruhe aufbrach. Besonders interessant war hier der Vortrag von Stefan Gierl zum internen Einsatz von Social Software in der Imtech-Gruppe, zu der Fritz & Macziol gehört. Und natürlich auch herzlichen Dank für das Sponsoring des JamCamps. Sponsoring ist hier ein gutes Stichwort: Herzlichen Dank an alle Sponsoren, insbesondere auch Sennheiser, die die Busbesatzung mit Kopfhörern austattete.

Nachmittags ging es dann zur SAP, wo Sean MacNiven uns eingeladen hatte und mit seinem Team über die Nutzung sozialer Software in der IBM intern und extern zur Kommunikation berichtete. Mich beeindruckte die Offenheit, auch wenn ich bei den ausgewählten Tools und der Vorgehensweise doch andere Ansätze bevorzugen würde. Die Einladung zu einem Gegenbesuch des SAP Teams bei IBM steht auf jeden Fall.

Wohl geplant und gar nicht so sehr Grasroot ist der Einsatz von Social Business-Technologien bei Hansgrohe, die wir am 12. Oktober besuchten. Rund 80 Führungskräfte kamen an diesem Tag zusammen, um sich über Social Business bei Hansgrohe zu informieren. Hier zeigte sich für mich mehr als deutlich, dass Social Business und deutscher Mittelstand sicher kein Gegensatz sind. Ganz im Gegenteil: Unternehmen wie Hansgrohe, die von ihrer Innovationskraft und technologischen Marktführerschaft leben, können enormen Nutzen aus Social Software, Instant Messaging, Onlinekonferenzen etc. ziehen. Der konsequente Weg zum Social Business kann sie an der Spitze halten oder an die Spitze führen. Matthias Ratz und sein Team haben bei Hansgrohe hervorragende Arbeit geleistet und die Einführung von Social fast generalstabsmässig vorbereitet. Chapeau.An dieser Stelle sei auch besonders das Hansgrohe Museum und die Showerworld empfohlen. Wer immer im Schwarzwald bei Schiltach ist, sollte sich über Leidenschaft für Wasser vor Ort informieren.

Und auf ging es dann am 12. Oktober Richtung Köln. Dort sind wir dann morgens am 13. Oktober bei Ibrahim Evsan aufgeschlagen. Hier standen sein Projekt Fliplife, Gamification und Social Games im Mittelpunkt. Ibo plauderte aus dem Nähkästchen, über das Engagement von Bayer und Daimler auf seiner Plattform und vieles mehr. Bei mir bleibt die Frage, wie man spielerische Elemente effektiv in Unternehmenssoftware integrieren kann, so dass es wirklich zu besserer und einfacherer Nutzung kommen kann.

Mittags ging es dann zur BWI und zur Bundeswehr. Nach dem spielerischen Besuch bei Ibo nun also das Thema, welche Rolle soziale Technologien für die Streitkräfte spielen können. Vor allem zwei Aspekte wurden andiskutiert: Wie kann und sollte  man soziale Technologien in der Bundeswehr intern nutzen, um sich zu vernetzen und Wissen zu teilen. Und wie treten die Streitkräfte extern auf, bei Diskussionen in sozialen Medien, die sie betreffen, oder beim Thema Recruiting, wo ja jetzt ganz neue Anforderungen auf die Bundeswehr zukommen. Es war eine sehr offene Diskussion, die sicher fortgeführt werden wird.

Der Donnerstag war sicher einer der ge- und beschäftigsten Tage der ganzen Bustour, denn abends fand noch die Xing Lounge zum Thema Social Business und ECM - eine wunderbare Freundschaft statt, die Dr. Ulrich Kampffmeyer initiiert hatte. Ulrich Leuthner von der IBM aus Costa Mesa hilt einen Impulsvortrag zum Thema. Anschließend ging es in die Podiumsdiskussion, die aber mir zugegebenermaßen etwas am Thema vorbei ging bzw. wichtige Aspekte vernachlässigte. Die Diskussion schwappte mir zu sehr zwischen altbackener Archivierung und den hippen sozialen Technologien hin und her. Das Thema klassische Sach- und Fallbearbeitung und welchen Einfluss soziale Technologien darauf haben, kam mir etwas zu kurz.

Am Freitag ging es dann zur GAD nach Münster, Diesmal also kein Münster-Tatort, sondern stattdessen Besuch beim IT-Dienstleister, Rechenzentrum und Softwarehaus für rund 430 Banken, eingebunden in die genossenschaftliche FinanzGruppe. Was bedeutet Social Busienss intern in der GAD und den Verbund? Wie reagieren eher regional orientierte Volks- und Raiffeisenbanken auf soziale Medien angesichts des Wettbewerbs von Internetbanken und Online Banking. Mein Rat; Lokale Nähe schaffen durch entspechende Informationen und durch lokale Ansprechpartner, also dort weitermachen, wo jeher die Stärken der genossenschaftichen Banken sind. Sicher braucht es dazu noch einige Überzeugungsarbeit beim ein oder anderen Vorstand, aber das sollte meiner Ansicht nach klar der Weg sein. Hier nochmals herzlichen Dank an Kay Siemund für die Einladung.

Wochenende - Bazillen auskurieren, denn ich war busifiziert, wie so manch anderer Streiter und schwänzte dann am Montag auch den Termin beim KRZN am folgenden Montag.  Aber darüber berichten sicherlich die anderen Busfahrer ausführlich. Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, dann aber zur Weinprobe 2.0 bei den Wachtenburg Winzern abends dazuzustossen. Doch wir haben nicht nur die Weinkeller besichtigt und Wein verköstigt. Es gab auch eine intensive Diskussion, wie die Wachtenburg Winzer soziale Medien, insbesondere einen Blog, zur Kommunikation und Vermarktung nutzen könnten. Einige Anregungen und Denkanstösse wurden hinterlassen und ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Danke an das Team der Genossenschaft, den Wachenheimer Bürgermeister Torsten Bechte, Geschäftsführer Albert Kallfelz und natürlich Cordelia Krooß, die uns in ihre Heimat eingeladen hatte, 

Am Dienstag, den 18. Oktober, ging es dann zum Arbeitgeber von Cordelia Krooß, zur BASF nach Ludwigshafen. Und dort teilte sich die Busbesatzung, denn am abschliessenden Tag hatten uns sowohl BASF wie auch Cosmos Direkt eingeladen. Also fuhr ein Teil der Busbesatzung weiter nach Saarbrücken, während eine durch Luis Suarez, Professor Joachim Niemeier, Martin Koser und Hanns Köhler-Krüner verstärkte Gruppe von Busfahrern sich mit dem Team der BASF traf, um connect.BASF und Aspekte sozialer Technologien im Unternehmen zu diskutieren, Und alles hat ein Ende ... auch die Bustour. Ich bin frühzeitig nach Frankfurt aufgebrochen, denn die Moderation für das JamCamp musste noch vorbereitet beziehungsweise geprobt werden.

An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank an unseren Busfahrer Florian Goldenstein, der uns sicher durch Deutschland chauffierte, und unsere Reiseleitung Elisa Schulze von New Thinking, die das bunte Völkchen doch immer ganz gut im Griff hatte. Und natürlich herzlichen Dank an die alle Mitfahrer. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht. Und vergessen möchte ich nicht die, die im Hintergrund gewirbelt und organisiert haben. Ohne Euch hätte das Ganze nicht funktioniert.

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Donnerstag, 20. Oktober 2011

[DE] IBM Social Business JamCamp 2011 - The 1st Video

Noch schnell das erste Video zum JamCamp ... more to come:

 

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Samstag, 15. Oktober 2011

[DE] CDU'ler Altmaier im sozialen Netz: Ernst gemeint oder Anbiederung?

Da schlage ich heute das FAZ Feuilleton auf und was lese ich da: Bekenntnisse eines jungen Twitterers. Aber eins nach dem anderen: Zuerst einmal muss der Sportteil durchgelesen werden. Dann ist noch Zeit für die Fülltonne. Und dann der zweite Blick: Die FAZ hat nicht einem jungen Twitterer Platz für einen Artikel gegeben. Vielmehr darf Peter Altmaier von der CDU/CSU über seine Entdeckungsreise in die sozialen Medien berichten.

Ich gebe zu. Ich empfinde einen sehr faden Beigeschmacke, wenn Altmaier in seiner Chronologie Der Politiker und das Netz - Ich beginne zu begreifen seine wenigen Tage im sozialen Netz Revue passieren lässt und schreibt:

"Ich kenne viele User mit ihren Stärken und Schwächen. Ich fühle mich hier zu Hause, die Sache macht mir richtig Spaß."

Altmaier muss von der schnellen Sorte sein. Innerhalb weniger Tage versteht er und ist zu Hause. Es klingt mir doch etwas sehr nach Anbiederung. In seinem Beitrag fasst er - ich hoffe wirllich er und kein Ghost Writer - durchaus korrekt hier und da Phänomene des Netzes zusammen. Und manches kann ich nur unterschreiben:

"Bevor wir in der Politik aber über Netzpolitik entscheiden, müssen wir zunächst ein Informationsniveau schaffen, das adäquate Entscheidungen möglich macht."

Und später:

"Das Aufkommen der Piratenpartei zum jetzigen Zeitpunkt wirkt wie ein Fanal. Man spürt, dass eine Entwicklung in Gang kommt, wie es sie in der stabilen deutschen Nachkriegsdemokratie nur alle zwanzig bis dreißig Jahre gegeben hat."

Ich hoffe, Peter Altmaier meint es Ernst und er erforscht und erlebt wirklich selbst das soziale Netz - und nicht durch eine PR Agentur und Social Media-Berater, die jetzt wohl alle etablierten Parteien en masse verpflichten, um das Netz zu benutzen, zu instrumentalisieren. Ich hoffe, er (und die Parteien) verstehen, dass hier nicht ein weiterer Manipulations- und Marketingkanal entstanden ist. Das soziale Netz ist Dialog. Es ist eine Transparenzmaschine, birgt Risiken, aber viel mehr Chancen. Und eins sollten er - und andere Politiker - nicht vergessen: Das Netz ist feinfühlig lässt sich nicht so einfach benutzen, instrumentalisieren und manipulieren. Und wenn raus kommt, dass jemand nicht authentisch ist, straft es auch gnadenlos ab. Und an einer Überschrift wie Noch mehr Demokratie wagen wird man ihn messen.

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Mittwoch, 12. Oktober 2011

[DE] Das soziale Zeitalter - Wie soziale Medien Menschen, Politik und Unternehmen verändern | Mein Blog als Buch

Die vergangenen Wochen waren sehr geschäftig und ich bin wenig zum Bloggen gekommen. Mein neuer Job mit unzähligen mehr oder weniger sinnvollen Telefonkonferenzen und Reviews, die Vorbereitung des IBM Social Business JamCamps und ... ich habe daran gearbeitet, mein Blog als Buch rauszubringen. Und dieses Buch ist jetzt fertig und erscheint unter bloggingbooks.de. Und das hier habe ich mir dabei gedacht: mein Vorwort.

Wir befinden uns auf dem Weg ins Soziale Zeitalter – oder sind bereits mitten darin. Neue Kultur­techniken und Verhaltensweisen gepaart mit der Verfügbarkeit des Netzes und sozialer Tech­no­lo­gien verändern die Welt: Politik, Unternehmen, Geschäfts- und Privatleben. Gewagte Worte? Viel­leicht, aber ich denke eine durchaus richtige Prognose. Die Proof Points, die Belege und Be­weise häufen sich und sind nicht mehr zu übersehen. Die Piratenpartei zieht in das Berliner Parla­ment ein. Die Unruhen in England werden durch soziale Medien angeheizt. Der arabische Frühling ist ohne Han­dy und Videos nicht denkbar. Unternehmen wie Volkswagen oder Nestlé müssen mit harscher Kritik im Netz umgehen. Immer mehr Anwender sind auf Facebook und das Netz der Netze scheint sich zu einer Handelsplattform zu entwickeln. Google antwortet mit Google+. Kauf­ent­scheidungen – ob privat oder im Business-Umfeld – werden immer mehr durch öffentlich zu­gängliche Bewer­tun­gen beeinflusst.

Ich könnte die Liste der sozialen Phänomene schier endlos fortsetzen. Weniger offensichtlich, aber deshalb nicht weniger relevant sind die Veränderungen, die von der Öffentlichkeit oft unsichtbar hinter den Unternehmensgrenzen vor sich gehen. Auch dort stehen unaufhaltsame Veränderungen an. Anwender – und nicht nur die viel zitierten Digital Natives – wollen soziale Technologien am Arbeits­platz nutzen. Sie wollen chatten und sozial netzwerken. Und immer mehr CIO's verstehen auch die Macht des sozialen Netzwerkens und fördern ein Corporate Facebook statt plumpe Ver­bote auszu­sprechen. Eine explosive Mischung aus neuen Verhaltensweisen – in einem meiner Beiträge spreche ich von den Shareaholics -, sozialen Technologien, Mobilität und in der Breite verfügbarer Infra­struktur (Cloud, Internet-Zugang, Telefonnetze etc.) verändert massiv unser poli­ti­sches, privates und geschäftliches Leben. 

Vergleiche hinken, aber sind oft durchaus hilfreich. Mit was also sind diese Veränderungen zu vergleichen? Für mich – aber das liegt an meiner persönliche Historie als Historiker und Journalist – am ehesten mit der Durchsetzung der Pressefreiheit, der Einführung der Massenmedien und der entstehenden damals bürgerlichen Öffentlichkeit be­ginnend im 19. Jahrhundert „Mich erinnern die Blogger von heute an die politisierten Bürger von 1848/49,“ sagt Heribert Prantl. Damals sprach man von einer bürgerlichen Revolution. Ich zögere etwas nun von einer sozialen Revolution zu sprechen, denn natürlich hat der Begriff „soziale Revolution“ eine lange, andere Historie. Und leider gibt es für das Phäno­men, das wir gerade erleben, keine andere treffen­dere Bezeichnung.

In diesem Spannungsumfeld bewegen sich die Beiträge dieses Buches, in dem ich oft vom Social Business in der Definition (nicht nur) meines Arbeitgebers IBM spreche, wohl wissentlich, dass es eine „andere“ Definition durch Muhammed Yunus gibt. Dennoch – und das nicht, weil ich bei der IBM beschäftigt bin – finde ich die Verwendung von Social Business unterdessen angemessen. So­zia­le Verhaltensweisen, oder besser die Verhaltensmuster des Web 2.0 und der Web 2.0-Anwender, hal­ten unaufhaltsam im Geschäftsleben Einzug. Die Technologien sind dabei Träger, aber nicht ent­schei­dend. Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden, Interessenten oder Geschäfts­partnern verändert sich ebenso dramatisch wie die Kommunikation im Unternehmen zwischen Mitarbeitern und Abteilungen. Das gesamte Geschäftsleben wird wesentlich transparenter und das ist für mich durchaus auch ein sehr begrüßenswertes soziales Phänomen. Und vielleicht ist das auch ein Brückenschlag zur Definition und zum Konzept von Mohammed Yunus.

Dieses Buch ist eine Zusammenstellung von Beiträgen, die ich in meinem Blog unter digital­naiv.com veröffentlicht habe. Sie zeigen meine ganz persönliche Entwicklung im Umgang mit dem Web 2.0 und sozialen Technologien. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich auf einer Web 2.0 Kon­fe­renz im Herbst 2008 erstmals wirklich auf Twitter aufmerksam wurde. Neben mir saß ein junger Geek, der vor sich hin zwitscherte und das gab dann den Ausschlag, dass ich ein Twitter-Konto ein­richtete, obwohl ich den Sinn des Ganzen noch nicht verstand. So fing mehr oder weniger meine Reise in das soziale Web und in die sozialen Medien an und deshalb ist auch mein Beitrag "Ge­zwit­sche­re" – Kann man das ernst nehmen? der letzte oder erste Beitrag, den ich in dieses Buch aufge­nom­men habe. Ich habe mich dabei entschlossen, mit den aktuellen Beiträgen zu beginnen und dann eine Reise in die Vergangenheit bis Anfang 2009 anzutreten. Dies zeigt dann hoffentlich auch, wie ich in die sozialen Medien „hineingeschafft“ habe. Der erste Beitrag des Buches ist deshalb auch ganz bewusst ein Artikel, in dem ich meine derzeitige persönliche Nutzung sozialer Techno­lo­gien in meinem Job als Marketingmensch beschreibe.

Dieses Buch beziehungsweise meine Beiträge sind parteiisch. Ich arbeite für die IBM und bin für die Vermarktung der Social Business-Software von IBM zuständig. Die Produkte und Lösungen kom­men immer wieder in meinen Texten vor, doch ich hoffe (und glaube), dass es nicht zu platt und pla­kativ, sondern immer im Nutzungszusammenhang ist. Ich bin vom Einsatz sozialer Technologien und der Art, wie ich heute in der IBM arbeiten darf, überzeugt. Die Beiträge, die hier (und in mei­nen Blogs) publiziert wurden und werden, reprä­sen­tieren jedoch meine persönliche Meinung und sind keine Stellungnahme oder Aussage meines Arbeit­gebers IBM.

Wie schon erwähnt, habe ich Geschichte studiert und lange Jahre als Journalist gearbeitet. Auch in meiner Tätigkeit als Marketingfachmann in verschiedenen Unternehmen und Positionen habe ich immer geschrieben und relativ regelmässig in der Fachpresse publiziert. Mit dem externen Bloggen habe ich dann Ende 2008/Anfang 2009 begonnen. Vorher war ich der konventionellen Welt des Publi­zierens gefangen. Seitdem haben sich aber das Bloggen wie auch soziale Medien zu einem festen Bestandteil meines Jobs und meines (sozialen) Privatlebens entwickelt.

Mitte 2010 habe ich mein Blog auf Posterous mit eigenem Domainnamen versehen und in digital­naiv.com umbenannt. Die anderen sozialen Kanäle – siehe Twitter – wurden sukzessive nach­ge­zogen. Das war einerseits eine Professionalisierung des Ganzen, ist aber auch eine Stellung­nahme. Ich hoffe, dass ich nicht digital naiv bin, sondern sehr bewusst mit sozialen Technologien und Verhaltensweisen umgehe. Der Name soll auch klar Position beziehen wider der Be­denken­träger , die soziale Medien verteufeln, „vorratsspeichern“, verbieten und verdammen. Soziale Me­dien ber­gen Risiken. Aber mit diesen Risiken müssen wir alle bewusst umgehen, statt populistisch und ohne Hirn zu verbieten. Aufklärung und Ausbildung gefragt, was nun einmal schwieriger und auf­wendiger und weniger spektakulär ist, als Verbote zu fordern.

Doch wir – und auch die „Verbieter“ - werden aus der Falle nicht herauskommen. Soziale Medien und damit einhergehend Verhaltens- und Kommunikationsmuster werden (oder sind) ebenso selbst­verständlich wie Telefonieren, E-Mailen, Fernsehen. Übrigens wollte man diese Kulturtechniken auch zu ihrer Zeit verbieten und einschränken. Wir alle sind aufge­fordert, konstruktiv zu gestalten und nicht nur plakativ zu blockieren. Das Glas ist mindestens halb voll, auch in Deutschland, und wir können es sogar weiter füllen, wenn wir entsprechend konstruktiv und kreativ sind. Eine ent­sprechende Diskussion zu fördern, Geschichten rund um Social Business zu erzählen und auch ein bisserl aufzuklären, ist sicher eines der Anliegen meiner Bloggerei.

Unterdessen blogge ich auf verschiedenen Plattformen. Neben meinem zentralen Blog digital­naiv.com schreibe ich für den IBM BlueBlog, einen Gruppenblog deutscher IBM'er, und auch auf der EULUC-Plattform, der Community der deutschen Lotus-Softwareanwender. Im September 2010 hat mich dann Sybille Gaßner von CBS Interactive gefragt, ob ich nicht ab und an auf Sili­con.de etwas publizieren wolle. Seit Mitte Oktober 2010 veröffentliche ich dort nun auch Beiträge.

Besonders danken möchte ich meinen „sozialen Geburtshelfern“ Thorsten Zoerner sowie Martin Koser, die mich helfend auf den sozialen Topf gesetzt haben. Lars Basche ist und bleibt ein weiterer wichtiger Sparringpartner rund um soziale Medien und deren Nutzung. Dass soziale Medien auch soziale Kontakte fördern, zeigt für mich meine Kontakt und meine Wertschätzung für Uwe Hauck, den ich über Twitter und Blogs kennengelernt habe und mit dem ich seitdem in laufenden, hoffent­lich gegenseitig befruchtendem Kontakt bin. Ein gutes Korrektiv und ein latenter Hinterfrager des­sen, was ich so publiziere und vermarkte, ist Jörg Allmann, der immer wieder kritisch nachhakt. Herzlichen Dank auch an die IBM als Unternehmen, das das Engagement in sozialen Medien pro­aktiv för­dert, und an meine Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen, die mir immer wieder auch An­regungen für Beiträge geben. Schließlich auch herzlichen Dank Katrin Martin, mit der zu­sam­men ich die Idee für dieses Buch – und hoffentlich viele weitere Bücher bei Bloggingbooks ent­wickelt habe. Und last but not least Danke an meine Familie und meine Frau, die oft ver­schmer­zen müssen, dass ich hinter der Kiste oder dem Gerät verschwinde, herumsurfe und tippsele.

Die hier publizierten Beiträge sind eine Auswahl, die ich nach bestem Wissen und Gewissen ge­troffen habe. Eine (auch sinnvolle) Beschränkung hat mir die Seitenbegrenzung auf maximal 120 Seiten auferlegt, in denen ich geblieben bin, um das Buch in einem bestimmten Preissegment zu halten. Die Beiträge entsprechen weitestgehend dem Original. Hier und da habe ich – wo es sinn­voll erschien – kleinere Korrekturen vorgenommen, irrelevante tagesaktuelle Abschnitte heraus­ge­nommen und natürlich Tipp- und Rechtschreibfehler korrigiert. Entschuldigen möchte ich mich für das häufige Denglisch. Leider ist mein Metier und das Thema Social Business doch durch englische Begriffe geprägt, die auch ich nur all zu oft übernehme (obwohl es vielleicht adäquate deutsche Worte gibt). Dann möchte ich allen Lesern noch viel Spaß bei der Lektüre wünschen. Über Kom­men­tare und Rückmeldungen freue ich mich sehr. Dafür steht mein Blog offen und natürlich bin ich auch über alle anderen sozialen Kanäle ansprechbar.

Mit vielen Grüssen

Stefan Pfeiffer

Darmstadt, im Oktober 2011

Das Buch kostet € 19,90. ISBN Nummer und Link zu Amazon folgen zeitnah. Auch eine E-Book-Version wird es geben. Andere Blogger, die ihr Blog als Buch veröffentlich wollen, können sich über bloggingbooks.de "bewerben".

978-3-8417-7001-1_cover

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Samstag, 8. Oktober 2011

[DE] Charmante Blogparade: 23 Mal Arbeitsplatz der Zukunft

Vor einigen Wochen hat Bianca Garde - @chiliconcharme auf Twitter - zur Blogparade zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft aufgerufen. Das Ergebnis kann sich meiner Ansicht nach sehen lassen (und ich habe auch meine Arbeitsplatzbeschreibung hinzugefügt). Hier sind die Beiträge zu finden. Oder genauso gut: Hier ist das versprochene E-Book:

E-Book zur Blog-Parade: Wie ist dein Arbeitsplatz der Zukunft?
View more documents from netmedianer GmbH

 

Mitgemacht haben auch einige Mitfahrer des IBM Social Business JamCamp Busses, der am Montag, den 10. Oktober, bei silicon,de seine Tour quer durch Deutschland beginnen wird. Ich freue mich auf die Stationen und die Mitfahrer.

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Dienstag, 4. Oktober 2011

[DE] Social CRM Requires a Commitment to Becoming a Social Business - SugarCRM Sponsor des IBM Social Business JamCamp

Social CRM is really an additional layer on top of the CRM foundation. It requires that commitment to CRM — but it also requires a commitment to becoming a social business, one that embraces the revolution in communications and the shift in the control of the conversation from the business to the customer.

"Social" hat einen enormen Einfluss darauf, wie man als Unternehmen seine Kundenbeziehung gestaltet. Das reicht vom Kundendienst bis zur Produktentwicklung, wie Chris Bucholtz von SugarCRM in seinem Posting auf CMSwire beschreibt. Es erfordert eine neues Verständnis, eine Erweiterung des herkömmlichen CRM-Prozesses ebenso wie die Akzeptanz der neuen sozialen Kommunikationsformen, um so den Weg zu einem "Social Business" zu gehen. Ich habe es ja auch kurzem für Vertriebsmitarbeiter skizziert.

Brillant fasst Chris zusammen, dass es nicht darum geht, dass eine Reihe von Youngstern auf ihren iPhones herumspielen. Es geht um ein grundlegendes Verständnis:

A social business is one that understands the opportunities that the social media revolution presents and shifts its thinking and its information-handling processes to take advantage of those opportunities.

Your customers have all gone social. Your employees have all gone social. Your competitors are becoming social. At a certain point, you need to suck it up and recognize that this is the way the world now interacts.

Tom Schuster, Vice President and General Manager of SugarCRM Europe, wird am 19. Oktober auf dem IBM Social Business JamCamp über Social Business und Social CRM sprechen. Ich freue mich darauf und danke SugarCRM für die Unterstützung als Sponsor der Veranstaltung.

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Sonntag, 2. Oktober 2011

[DE] The Voice - Die Stimme und ihre Bedeutung im Social Business - Kooperation mit Sennheiser

Nur allzuoft wird die Diskussion rund um Social Business auf die Einfühurng von Social Software beschränkt. Doch das ist ganz, ganz sicher nicht der einzige, wenn auch ein technisch wichtiger Aspekt. Entscheidend ist sicher, eine Kultur für Social Business zu entwickeln, ein Kultur der transparenten, offenen Kommunikation und des barrierefreien Austauschs im Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg.

Social Software, die Einführung eines "Corporate Facebook", die Nutzung von Wikis, Blogs, Microblogging und Communities, sind wichtige, unterstützende Technologien, die diesen Austausch vereinfachen. Ebenso wichtig sind Funktionen, die unter dem Begriff "Unified Communication" zusammengefasst werden: Instant Messaging, Webkonferenzen und computergestützte, besser computerintegrierte, noch besser device-integrierte Telefonie. Ein Social Business sollte alle Formen der Kommunikation zielgerichtet nutzen: Soziales Netzwerken, E-Mail, Chatten und ... Telefonieren.

Das Telefon wird weiter einer der wichtigsten Kommunikationskanäle bleiben, vom persönlichen Telefonat zwischen 2 Personen bis zur Telefonkonferenz. An dieser Stelle setzt die Kooperation zwischen Sennheiser und IBM. Sennheiser ist bekannter Marktführer im Bereich Sound, Kopfhörer, Lautsprecher und mehr. Die Geräte von Sennheiser sind nicht nur im Consumer-Markt für ihre herausragende technische Leistung bekannt und beliebt. Das Produktangebot von Sennheiser umfasst Kopfhörer, Mikrofone, drahtlose Mikrofon-Systeme, Konferenz- und Informationssysteme sowie Aviation- und Audiologie-Produkte. Zur Sennheiser-Gruppe gehören außerdem der weltweit führende Studiomikrofonspezialist Georg Neumann sowie das in Dänemark ansässige Joint Venture Sennheiser Communications, das Headsets für den PC-, Office- und Call-Center-Markt entwickelt.

Die Zusammenarbeit zwischen Sennheiser und IBM ist vielfältig: Sennheiser nutzt die IBM Collaboration-Produkte intern. Welche Ideen und Visionen dahinter stehen, erläutert Klaus Höling, Director IT and Group CIO bei Sennheiser, in diesem Videointerview, das wir 2010 auf der CeBIT geführt haben. Eine der ersten Anwender der Social Software-Komponenten war dabei der Bereich „Global Relationship Management“, der u a. für die Betreuung der VIP Pop-Stars bei großen Konzerten/Tourneen zuständig ist. Für diese Teammitglieder ist der schnelle Wissensaustausch besonders wichtig, um schnell und kompetent auf Anfragen oder Probleme reagieren zu können. Der Nutzen, den die Mitarbeiter aus den Collaboration-Möglichkeiten zogen, führte dazu, dass auch andere Kollegen mit den Tools arbeiten wollten.

Doch die Zusammenarbeit geht deutlich darüber hinaus. Sennheiser Communications hat sein professionelles Equipment für den PC-, Office- und Call-Center-Markt mit den IBM Lösungen für Unified Communications integriert. Der Einsatz von IBM Sametime in Verbindung mit den Headsets von Sennheiser Communications sorgt für höchsten Komfort und eine exzellente Klangqualität bei der Kommunikation über IBM Sametime. Und gerade beim Telefonieren ist ein guter Sound entscheidend, denn "the Voice" möchte man natürlich mit allen emotionalen Schwingungen und persönlichem Timbre hören.

Ich persönlich kann nur unterstreichen, wie wichtig und nützlich ein komfortabler, drahtloser Kopfhörer ist. Täglich führe ich viele Telefonate und nehme insbesondere an Telefonkonferenzen teil. Es ist ein riesiger Unterschied, ein Headset mit hervorragender Tonqualität zu haben und sich frei bewegen zu können. Die Integration in unsere Telefonielösung Sametime Unified Telephony erhöht nochmals den Bedienungskomfort, da ich nun über mein Headset meine Telefonieintegration steuern kann. Informationen zur Kooperation zwischen Sennheiser und IBM sind hier zu finden.

Wir sind besonders dankbar, dass Sennheiser als Sponsor das IBM Social Businss JamCamp unterstützt. Lars Riis Rasmussen, Strategic Alliance Manager bei Sennheiser Communications, wird sich auf dem IBM Social Business JamCamp am 19. Oktober mit Sandy Carter im Rahmen ihrer Keynote über den Nutzen von Unified Communication in einem Social Business unterhalten. Doch der Support durch Sennheiser geht weiter: Die Besatzung des IBM Social Business JamCamp Busses wird mit Sennheiser Headsets ausgestattet. Und auch den Unternehmen, die wir im Rahmen der Tour besuchen, kann ich den Mund wässrig machen: Wir werden an jedem Halt 1-2 Geräte überreichen dürfen. Ganz herzlichen Dank an Sennheiser für diese großartige Unterstützung!

Und als alter Rockmusik-Fan muss ich natürlich auch an den folgenden Klassiker denken: You're the voice:

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