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Dienstag, 25. Oktober 2011

[DE] Fahrendes Volk unterwegs im JamCamp Bus

Nun ist sie also vorbei, die IBM Social Business Bustour mit anschließendem JamCamp in Frankfurt. Während der Tour war ich so beschäftigt, dass ich nicht dazu gekommen bin, meine Gedanken niederzuschreiben. Das haben andere getan und ich werde die Beiträge natürlich sammeln und dokumentieren.

Los ging es für mich sehr früh am 10. Oktober mit dem Flieger nach München. Dort holte mich meine Kollegin Bianca Beutler dankenswerterweise am Flughafen ab - und wir standen im Stau. Regnerisches Wetter und einige Unfälle hatten zu einem Verkehrschaos geführt. Wir haben es dann gerade noch zu unserem ersten Termin bei Sybille Gassner von silicon.de geschafft. Kurz konnte ich einen Blick auf den Bus erhaschen und schon ging der Redaktionsbesuch los. In der knappen Zeit haben wir dann ein breites Spektrum von Themen diskutiert und natürlich stand der Einfluss von Social Media auf die Verlags- und Medienbranche mit im Mittelpunkt.

In einem kurzen Videointerview mit Sybille Gassner habe ich dann die anstehende Bustour so beschrieben, dass nun ein fahrendes Völkchen durch deutsche Unternehmen zieht, um das Thema Social Business zu diskutieren. Und im Nachhinein ist das auch eine gute Beschreibung (Maria Gomez hat das Bild dann auch zur Einleitung des Events in Frankfurt benutzt). Das fahrende Volk fand sich dann erstmals so richtig im Bus auf dem Weg von München nach Ehningen zusammen. Das Wetter wurde besser und ohne Stauunterbrechung wurde der IBM Campus erreicht. Zur Freude aller Busfahrer (und zu meiner Überraschung) gab es WiFi im Bus, so dass das bunte Völkchen (mit einigen Funkzellenunterbrechungen) meist online sein konnte.

In Ehningen ging es dann um die IBM-interne Adaption von Kollaborationstechnologien. Wie bekommt man die Anwender, dass sie die Funktionalität von Instant Messaging und Social Software besser ausschöpfen? Wie überzeugt man an E-Mail gewöhnte Mitarbeiter von den Vorteilen von File Sharing, Wikis und Blogs? Arnd Layer berichtete über die internen Smarter Work-Roadshows, bei denen die Kollegen aus TechSales durch die IBM Niederlassungen ziehen, um vor Ort die Kolleginnen und Kollegen zu "enablen", technisch aber auch "Social Business-philosophisch".

Übernachtet wurde dann in Gärtringen, bevor dann der Bus am 11. Oktober zur Social Business-Veranstaltung des IBM Business Partners Fritz & Macziol nach Karlsruhe aufbrach. Besonders interessant war hier der Vortrag von Stefan Gierl zum internen Einsatz von Social Software in der Imtech-Gruppe, zu der Fritz & Macziol gehört. Und natürlich auch herzlichen Dank für das Sponsoring des JamCamps. Sponsoring ist hier ein gutes Stichwort: Herzlichen Dank an alle Sponsoren, insbesondere auch Sennheiser, die die Busbesatzung mit Kopfhörern austattete.

Nachmittags ging es dann zur SAP, wo Sean MacNiven uns eingeladen hatte und mit seinem Team über die Nutzung sozialer Software in der IBM intern und extern zur Kommunikation berichtete. Mich beeindruckte die Offenheit, auch wenn ich bei den ausgewählten Tools und der Vorgehensweise doch andere Ansätze bevorzugen würde. Die Einladung zu einem Gegenbesuch des SAP Teams bei IBM steht auf jeden Fall.

Wohl geplant und gar nicht so sehr Grasroot ist der Einsatz von Social Business-Technologien bei Hansgrohe, die wir am 12. Oktober besuchten. Rund 80 Führungskräfte kamen an diesem Tag zusammen, um sich über Social Business bei Hansgrohe zu informieren. Hier zeigte sich für mich mehr als deutlich, dass Social Business und deutscher Mittelstand sicher kein Gegensatz sind. Ganz im Gegenteil: Unternehmen wie Hansgrohe, die von ihrer Innovationskraft und technologischen Marktführerschaft leben, können enormen Nutzen aus Social Software, Instant Messaging, Onlinekonferenzen etc. ziehen. Der konsequente Weg zum Social Business kann sie an der Spitze halten oder an die Spitze führen. Matthias Ratz und sein Team haben bei Hansgrohe hervorragende Arbeit geleistet und die Einführung von Social fast generalstabsmässig vorbereitet. Chapeau.An dieser Stelle sei auch besonders das Hansgrohe Museum und die Showerworld empfohlen. Wer immer im Schwarzwald bei Schiltach ist, sollte sich über Leidenschaft für Wasser vor Ort informieren.

Und auf ging es dann am 12. Oktober Richtung Köln. Dort sind wir dann morgens am 13. Oktober bei Ibrahim Evsan aufgeschlagen. Hier standen sein Projekt Fliplife, Gamification und Social Games im Mittelpunkt. Ibo plauderte aus dem Nähkästchen, über das Engagement von Bayer und Daimler auf seiner Plattform und vieles mehr. Bei mir bleibt die Frage, wie man spielerische Elemente effektiv in Unternehmenssoftware integrieren kann, so dass es wirklich zu besserer und einfacherer Nutzung kommen kann.

Mittags ging es dann zur BWI und zur Bundeswehr. Nach dem spielerischen Besuch bei Ibo nun also das Thema, welche Rolle soziale Technologien für die Streitkräfte spielen können. Vor allem zwei Aspekte wurden andiskutiert: Wie kann und sollte  man soziale Technologien in der Bundeswehr intern nutzen, um sich zu vernetzen und Wissen zu teilen. Und wie treten die Streitkräfte extern auf, bei Diskussionen in sozialen Medien, die sie betreffen, oder beim Thema Recruiting, wo ja jetzt ganz neue Anforderungen auf die Bundeswehr zukommen. Es war eine sehr offene Diskussion, die sicher fortgeführt werden wird.

Der Donnerstag war sicher einer der ge- und beschäftigsten Tage der ganzen Bustour, denn abends fand noch die Xing Lounge zum Thema Social Business und ECM - eine wunderbare Freundschaft statt, die Dr. Ulrich Kampffmeyer initiiert hatte. Ulrich Leuthner von der IBM aus Costa Mesa hilt einen Impulsvortrag zum Thema. Anschließend ging es in die Podiumsdiskussion, die aber mir zugegebenermaßen etwas am Thema vorbei ging bzw. wichtige Aspekte vernachlässigte. Die Diskussion schwappte mir zu sehr zwischen altbackener Archivierung und den hippen sozialen Technologien hin und her. Das Thema klassische Sach- und Fallbearbeitung und welchen Einfluss soziale Technologien darauf haben, kam mir etwas zu kurz.

Am Freitag ging es dann zur GAD nach Münster, Diesmal also kein Münster-Tatort, sondern stattdessen Besuch beim IT-Dienstleister, Rechenzentrum und Softwarehaus für rund 430 Banken, eingebunden in die genossenschaftliche FinanzGruppe. Was bedeutet Social Busienss intern in der GAD und den Verbund? Wie reagieren eher regional orientierte Volks- und Raiffeisenbanken auf soziale Medien angesichts des Wettbewerbs von Internetbanken und Online Banking. Mein Rat; Lokale Nähe schaffen durch entspechende Informationen und durch lokale Ansprechpartner, also dort weitermachen, wo jeher die Stärken der genossenschaftichen Banken sind. Sicher braucht es dazu noch einige Überzeugungsarbeit beim ein oder anderen Vorstand, aber das sollte meiner Ansicht nach klar der Weg sein. Hier nochmals herzlichen Dank an Kay Siemund für die Einladung.

Wochenende - Bazillen auskurieren, denn ich war busifiziert, wie so manch anderer Streiter und schwänzte dann am Montag auch den Termin beim KRZN am folgenden Montag.  Aber darüber berichten sicherlich die anderen Busfahrer ausführlich. Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, dann aber zur Weinprobe 2.0 bei den Wachtenburg Winzern abends dazuzustossen. Doch wir haben nicht nur die Weinkeller besichtigt und Wein verköstigt. Es gab auch eine intensive Diskussion, wie die Wachtenburg Winzer soziale Medien, insbesondere einen Blog, zur Kommunikation und Vermarktung nutzen könnten. Einige Anregungen und Denkanstösse wurden hinterlassen und ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Danke an das Team der Genossenschaft, den Wachenheimer Bürgermeister Torsten Bechte, Geschäftsführer Albert Kallfelz und natürlich Cordelia Krooß, die uns in ihre Heimat eingeladen hatte, 

Am Dienstag, den 18. Oktober, ging es dann zum Arbeitgeber von Cordelia Krooß, zur BASF nach Ludwigshafen. Und dort teilte sich die Busbesatzung, denn am abschliessenden Tag hatten uns sowohl BASF wie auch Cosmos Direkt eingeladen. Also fuhr ein Teil der Busbesatzung weiter nach Saarbrücken, während eine durch Luis Suarez, Professor Joachim Niemeier, Martin Koser und Hanns Köhler-Krüner verstärkte Gruppe von Busfahrern sich mit dem Team der BASF traf, um connect.BASF und Aspekte sozialer Technologien im Unternehmen zu diskutieren, Und alles hat ein Ende ... auch die Bustour. Ich bin frühzeitig nach Frankfurt aufgebrochen, denn die Moderation für das JamCamp musste noch vorbereitet beziehungsweise geprobt werden.

An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank an unseren Busfahrer Florian Goldenstein, der uns sicher durch Deutschland chauffierte, und unsere Reiseleitung Elisa Schulze von New Thinking, die das bunte Völkchen doch immer ganz gut im Griff hatte. Und natürlich herzlichen Dank an die alle Mitfahrer. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht. Und vergessen möchte ich nicht die, die im Hintergrund gewirbelt und organisiert haben. Ohne Euch hätte das Ganze nicht funktioniert.

Posted from Digital naiv - Stefan63's Blog

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