Digital Naiv oder Digital Native. Was ist der "richtige" Weg im und im Umgang mit dem Web 2.0 - und Puzzlesteine zu Essen, Fußball und mehr ...

Montag, 30. Juli 2012

[DE] Es ist Zeit über den E-Mail-Posteingang hinaus zu denken

Dies ist ein vorzügliches, englischsprachiges Video, das die Nachteile von E-Mail für kollaborative und wissensintensive Zusammenarbeit aufzeigt. E-Mail ist und bleibt ein hervorragendes Werkzeug zur direkten Kommunikation, aber es ist suboptimal dafür geeignet, Wissen zu teilen und zu kollaborieren. Wird E-Mail bald verschwinden, so wie sogar Der Spiegel es verkündet? Nein, sicherlich nicht, aber wir sollten den Wandel, wie wir arbeiten, vorantreiben: "E-Mail ist eine Brückentechnologie. Für viele Zwecke gibt es schon jetzt geeignetere Mittel."

Ich selbst bin ein Kind der E-Mail Generation und in der heutigen Arbeitswelt leben die meisten Angestellten noch immer in ihrem Posteingang und durch Ihre E-Mail. Wie oft komme ich ins Büro und sehe, wie Kollegen quasi hypnothisiert auf den Bildschirm starren und auf eine neue E-Mail warten? Wie oft prüft mancher Kollege gerade zu manisch auf seinem Blackberry oder iPhone seinen Posteingang und das auch im Urlaub?

E-Mail wird bleiben. Die Leute sind es gewohnt und wir müssen sie mit sozialen Software-Funktionen in ihrer E-Mail abholen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir E-Mail und Social Software eng integrieren, so daß die sozialen Meteoden zusammenzuarbeiten und zu teilen ein quasi natürlicher Bestandteil des E-Mail-Klienten werden. Wir brauchen Social Mail!

Und jeder sollte persönlich einige einfache Regeln beachten, um den Kollegen zu zeigen, daß es bessere und produktivere Methoden gibt, um die Flut von mindestens 37 E-Mails pro Tag zu reduzieren:

  1. Sende keine Dateianhänge  - Wo immer es möglich ist, sollten Sie keine Dateianhänge senden. Speichern Sie die Dateien in der Social Software oder im Content Repositoory, wenn nötig versehen Sie sie mit Zugriffsrechten und teilen Sie sie dann mit Ihren Teammitgliedern.
  2. E-Mail ist kein ideales Werkzeug, um Projekte abzuwickeln oder gar Projekt Management zu betreiben. Viel besser geignet sind Werkzeuge wie das Aktivitäten-Modul in IBM Connections. Das Werkzeug ist nicht wie professionelle Projekt Management-Software mit für normale Benutzer unnötigen Funktionen überladen. Es ist einfach zu benutzen und ein guter Weg, um sich davon zu lösen, Projekte über riesige Tabellen oder E-Mails zu verfolgen.
  3. Wenn es darum geht, neue Ideen zu entwickeln und zu "brainstormen", nutzen Sie die Weisheit der Massen, indem Sie Ideen in Communities oder Blogs zur Diskussion stellen. Sie werden überrascht sein, wie viel besser und transparenter die Diskussion und die Ergebnisse sind..
  4. Benutzen Sie E-Mail - ja, aber mit Bedacht. Ja, natürlich sollten wir weiter E-Mail benutzen, aber oft nur noch als Benachrichtungswerkzeug, um die Kollegen auf die Dateianhänge, die Akltivität, den Blog oder die Community aufmerksam zu machen. In den sozialen Plätzen sollten sie dann weiterarbeiten und Informationen teilen.
    Bleiben wir also realistisch: Bis auf weiteres werden die meisten Mitarbeiter zuerst in ihren Posteingang schauen, ob dort neue Arbeit oder Information angekommen ist, Holen wir sie also in ihrem Posteingang ab und zeigen ihnen dann, wie man produktiver mit Social Software arbeiten kann.
  5. Denken Sie darüber nach, bevor sie mailen. Teilen Sie, wo immer es angemessen ist! In unserem Kopf sollte es eine Checkbox geben, die pürft, wann es wirklich sinnvoll ist, eine Mail zu schicken und wann es einfach nützlicher und sinnvoller für das Projekt und Unternehmen ist, Informationen über Social Software zur Verfügung zu stellen.
    Und die zweite Checkbox prüft bei eingehender E-Mail, ob es nicht sinnvoller wäre, die entsprechende Information oder Arbeit in Social Software zu überführen. Gehen Sie dazu über, relevante Arbeit und Inofrmationen aus E-Mail-Silos herauszuschaufeln und zu teilen. Sicherheit ist keine Entschuldigung. Die heutigen Systeme sind in der Lage, Informationen effizient zu schützen, so daß nur autorisierte Personen zugreifen, bearbeiten, eventuell nur lesen können.
  6. Migrieren Sie Ihre E-Mail Newsletter in Social Software - Ich bin es gewohnt, jeden Montag einen Newsletter an meine europäischen Kollegen zu senden. Das ist der traditionelle Weg, (hoffentlich nützliche) Informationen und Hinweise für die Woche zu teilen. Vor einiger Zeit habe ich meine Kommunikationsweise geändert. Der Newsletter ist jetzt ein Blogeintrag in IBM's Europäischer Social Business Community. Dort bleibt die Information erhalten, sind immer sogar weltweit über unser IBM Connections-System zugreifbar und recherchierbar. Und an die Kollegen, die noch E-Mail-zentriert arbeiten, kann ich den Blogbeitrag auch noch per E-Mail an die Community-Mitglieder verteilen.
  7. Ich bin von Werbe-E-Mails und SPAM nur noch genervt - Wann immer ich jemanden meine Visitenkarte gegeben habe, wo immer ich meine E-Mail-Adresse online hinterlassen habe, kurz darauf bekomme ich E-Mails, oft ohne meine explizite Einwilligung gegeben zu haben, Vor allem ist es meist für mich uninteressante, irrelevante Werbepost und so etwas nenne ich SPAM. Seit einiger Zeit bin ich rigoros dazu übergegangen, mich von allen E-Mail Newslettern und Werbemails abzumelden. Besteht diese Möglichkeit nicht, so schicke ich eine E-Mail und fordere dazu auf, mich aus den Verteilern zu nehmen. Und wenn es nicht anders geht, kommen die Absender auf meine Junk Mail-Liste und werden so blockiert. Wenn ich Informationen haben will, hole und recherchiere ich sie aktiv im Netz oder habe sie in meinem RSS Reader.

Es gibt sicher noch eine Vielzahl weiterer Tipps und Möglichkeiten, ganz persönlich seine Arbeitsweise zu optimieren und sich von sinnvoll von E-Mail zu lösen. Es geht dabei nicht darum, E-Mail komplett zu ersetzen. Es geht darum, E-Mail bewußt und sinnvoll einzusetzen. Wir befinden uns im Zeitalter des Social Business, wo uns Technik und Mentalität eine nie vorher gegebene Chance bieten, Wissen produktiv zu teilen und Arbeit kollaborativ zu erledigen. Ihre Tipps und Tricks, Ihre Vorschläge und Kommentare sind herzlich willkommen, so daß wir gemeinsam die Liste erweitern.

Wir in der IBM haben gerade unter dem Motto Outside the inbox eine Kampagne gestartet, um diese Ideen zu diskutieren. Leuchtturm und "Ankermann" ist dabei mein Kollege Luis Suarez, der seit Jahren nunmehr seine Art zu arbeiten geändert hat. Auf Twitter können Sie der Diskussion rund um E-Mail unter dem Hashtag #OutsideTheInbox folgen. Hier finden Sie die entsprechenden Webseiten in verschiedenen Sprachen.

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Sonntag, 29. Juli 2012

[DE] Social Media: Wie Manager netzwerken | FTD.de

Am häufigsten nutzen die Manager dabei die Business-Plattform Xing (72 Prozent). 40 Prozent tummeln sich zudem auf Linkedin, bei Facebook sind nur rund zwölf Prozent der Befragten dabei. Geht es um Privates erhält Facebook von den Führungskräften mehr Aufmerksamkeit, immerhin jeder Dritte ist dann zwischen Like-Button und Status-Post unterwegs. Xing prägt aber auch bei Privatem das Nutzerverhalten der deutschen Manager.
Twitter , Youtube oder Google+ spielen dagegen weder beruflich noch privat eine Rolle. Besonders bei den über 40-Jährigen scheint der Vorbehalt groß, die Daten könnten in sozialen Netzwerken nicht sicher sein. 30 Prozent der Teilnehmer in dieser Altersgruppe verzichtet deshalb privat ganz auf Social Media.
via ftd.de

Deutschland bleibt speziell: Beruflich nutzen die Manager vor allem XING, das außerhalb unserer Lande keine Rolle spielt und beispielsweise auch von keinem der gängigen Social Media Dashboards unterstützt wird. Und das Mißtrauen ist da, vor allem gegen Twitter, YouTube und Google+.

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Freitag, 27. Juli 2012

[EN] Microsoft vs Google: Office versus Advertising | ZDNet

Google are on the march, transforming from a search engine to a service that lets people merge the internet seamlessly into their social lives in ways that are just coming into focus to end users. Stephen Shankland's excellent piece over on CNet 'How Google is becoming an extension of your mind' does a good job of defining that statement. 

Google is becoming ...an omnipresent digital assistant that figures out what you need and supplies it before you even realize you need it… 

...

The stakes are not least about continued relevance in the future, and Microsoft and Google both aspire to provide the complete underpinnings of your digital social life.  We are gradually leaving the document, operating system and portal era behind - ... 

The bigger question though is whether the document based work environment is the buggy whip of our era, and Microsoft's understandable reluctance to disrupt the great revenue the Office division yields may prove to be short sighted.  ... 

 

via zdnet.com

Interesting posting by Oliver Marks. Not sure, if the analysis is appropriate without more seperating the business and the private scenario. But Oliver works put very well Microsofts dependancy on Office and documents and Google's dependancy on advertising ...

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Freitag, 20. Juli 2012

[DE] Neue Studie: Deutschland am wenigsten flexibel, bei Arbeit unterwegs erledigen - CIO.de

In Deutschland haben die Mitarbeiter im Vergleich die geringsten Möglichkeiten, Arbeit unterwegs zu erledigen. 31 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben nach dem Verlassen des Büros überhaupt keine Möglichkeit mehr, auf berufliche Daten oder E-Mails zuzugreifen. Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, warum 34 Prozent der deutschen Arbeitnehmer bereits um 17 Uhr mit der Abfrage von E-Mails aufhören. So früh ist das nirgendwo sonst der Fall. Nur elf Prozent der Arbeitgeber ermöglichen ihren Teams den Zugriff auf alles, was sie brauchen, um ihrer Tätigkeit auch außerhalb des Büros nachzugehen.
via cio.de

Das kann man nun so und so sehen ... Die Deutschen haben früher Feierabend oder aber die Deutschen sind weniger flexibel. Meine Tendenz geht zur letzteren Einschätzung. Da mögen auch Sicherheitsbedenken (ich verkneife mir gerade Sicherheitswahn) eine Rolle spielen. Unterschätzt wird wohl, welches Potential darin steckt, unterwegs arbeiten zu können.

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Donnerstag, 19. Juli 2012

[EN] The emergence of enterprise intelligence layers in the Social Enterprise

It is in this latter majority that we are seeing the long awaited emergence of enterprise intelligence layers that draw upon artificial intelligence, search indexing, text and semantic analysis, rules and good old algorithms to automate the classification and understanding of information. Enterprise Intelligence that is smart enough to make decisions to push highly targeted information to workers and systems, to create intelligent links between disparate information items that enables information to better managed and leveraged.

When reading this, the Company tag line of FileNet "Better Decisions. Faster" comes into my mind. It seems that we are now beginning to make the vision much more real, in particular haviong technology like IBMs Watson in mind.

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[EN] Microsoft to Apple: You Will Lose In The Enterprise - Forbes

Apple had the chance to define the future workplace, but have been largely silent on the issue.

Here’s why: Apple has surprisingly little enterprise experience in the company despite its mobile device dominance in the workplace.  That’s left CIOs scrambling to devise their own device policy and an opening for Microsoft to bring clarity to it. Apple is officially in danger of losing their enterprise foothold. Ouch!

As far as I have seen there has never been a real focus from Apple itself on the enterprise. And I agree: This is a missed opportunity. The door was (perhaps is) still wide open. They just need to enter. Social ties everything together? Aggregated Activity Streams? And so on. If they don't want to do it themself, why don't they choose a more than natural ally? Very hard to understand, why they give away this chance. They had or have nothing loose, only to win more.

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Mittwoch, 18. Juli 2012

[EN] Why CEOs Should Care: How Social Media Drives Business - Forbes

... consider these two results from the BRANDFog 2012 CEO Survey as the final clincher: More than 82% of respondents are likely or much more likely to trust a company whose CEO and team engage in social media. And an amazing 77% of respondents are likely or much more willing to buy from a company whose mission and values are defined through their leaderships’ involvement in social media.

The conclusion is clear: Any leader who isn’t engaged in social media today is like the leaders of 50 years ago who insisted on sending a telegram instead of dialing a phone. Would you ever be willing to let such a strong competitive advantage go?

Excellent!

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Dienstag, 17. Juli 2012

[DE] Ei gude, wie? - Mein neuer privater Block

Es wird Zeit, meinen Blog zu teilen, sonst wird es zu sehr Kraut und Rüben: Deutschsprachige Beiträge, englische Gehversuche, Berufliches und Privates kreuz und quer. Auf DigitalNaiv.com geht es ab sofort nur noch um Social Business, Social Media, Marketing, all die schönen Dinge, die mich beruflich interessieren. Bloggen werde ich hier je nach Lust, Laune und beruflicher Motivation auf Deutsch und Englisch.

ei-gude-wie.com dagegen wird mein privater Notizblock. Hier werde ich über Fußball, Bücher, Rockmusik, Wein, Essen und all die Dinge schreiben, die Keinen (oder sogar mehr Leute) interessieren. Für Nicht-Hessen: Den Namen habe ich einem Songtitel unserer Hessischen Nationalband, den Rodgau Monotones, entnommen. Ei Gude, wie? ist eine typische hessische Begrüssung. Ich weiß nicht, ob man à la How are you? eigentlich überhaupt eine Antwort erwartet oder ob es nur eine mehr, wahrscheinlich eher minder freundliche Begrüssungsfloskel ist. Der Hesse an und für sich - obwohl Feingeist - ist ja im Grunde ein eher muffelischer Zeitgenosse:

Da kommt mir einer entgegen
Den hab ich ewig lang nicht mehr gesehn
Der kommt mir eher ungelegen
Doch jetzt bleiben wir voreinander stehn

Peinlich, peinlich, was soll man denn sagen
Wenn man sich nichts zu sagen hat ?
Dumme Antwort auf dämliche Fragen -
Bei fuffzehn Stücker gibts Rabatt !

Ei gude wie ! Wo machstn hie ?
Du ich muss jetzt gehen,
es war schön dich zu sehn,
wir telefonieren ...

Und wer es sich mal anhören will:

 

 

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Montag, 16. Juli 2012

[EN] "Social Business needs current Office-systems" - My Comment: Traditional Office-Packages fade away

 

Over the weekend I read a German language article by the analyst Axel Oppermann from Experton Group. He is laying out, why Social Business needs the most current releases of Office-packages. His analysis is, that not upgrading to the newest realeses within 3.5 to 5 years automatically leads to outdated business processes, which ends in an incrusted organization.

Here are my comments to Axels (whom I very much respect): It is by far not sufficient to always upgrade to the newest Office-release. Obviously the suppliers of Office-packages are very much in favor of this and are extremely happy about studies, who recommend such an update policy. In my opinion there are many more important things to consider to become a Social Business (and Axel covers some of these importants challenges like Change Management and cultural change in his article). I would even go one step further: Traditional Office-packages we are used to since 20 years will slowly, but inescapable fade away and mutate into Online Collaboration-Tools with features and functions we already know from Blogs, Wikis, Communities and Online-Editors.These tools will replace the Office-packages as we know them today. Social Software will be the death of traditional Office-packages.

I strongly believe that already today most of the users do not need the complex, overloaded and expensive Office-packages. With Social Software and socially enabled processes this trend amplifies, because the necessar functions are available in the Social tools. Where are Office-packages going? Tools like IBM Docs, which most probably will be integrated in IBMs Social Software-flagship Connections (Information from Lotusphere 2012), lead the way and we will hear more about this in the remaining year.

In my personal workspace I experience every day how I move more and more away from traditional word processesing, spreadsheets and presentations. A lot of my daily work is meanwhile being done with other tools, very often on mobile devices, This blog entry is being written in the blog editor. My weekly newsletter to the European team is being created in the community and is using email as an additional distribution channel. My expense report is no longer a spreadsheet but a application running in a browser. I could add more and more examples, where Office is no longer needed to get my work done.

Yes, of course I still need spreadsheets and presentations. In the age of management by spreadsheets and Powerpoint-Karaoke you don't get easily away from it. But still I am expecting a change here, a change through tools like IBM Docs which will much more support working collaboratively with colleagues on spreadsheets and presenstations - and this of course not only at the traditional Office-workstation (a PC or in my case a MacBook), but on Tablets and Smart Phones. Even more important I am hoping on a cultural change moving to a more transparent and open organization not living in files and folder silos (I know, perhaps digital naive ...)

The age of Social Business brings the age of the Office-monoply to an end. Yes, it will take time, but the indicators can not be overseen. So my recommendation would always be to first analyze the business process, the features and functions needed in the process, to consider a more collaborative and social way (including mobile) to get the work done, before spending money and upgrade to a new Office-Release. The business process (and the customer) needs to be in the centre, not the Office-tool.

[This a translation of my German language comment to Axels article. I apologize for any grammatical or orthographic mistakes. Obviously I am not a native English writer. The comment refelcts my personal opinion, not the one of my employer.]

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Samstag, 14. Juli 2012

[DE] "Social Business braucht aktuelle Office-Systeme" Kommentar: Traditionelle Office-Pakete werden sterben

Durch eine Verschleppung von Investitionen kommt es in Unternehmen, die Office-Systeme länger als dreineinhalb bis fünf Jahre einsetzen, fast zwangsläufig zu veralteten Arbeitsabläufen, die bei noch längerer Nutzung in „verkrustete“ Organisationsstrukturen münden können.

Ein Beitrag von vom mir sehr geschätzten Axel Oppermann - Meine 2 Cents: Es ist nicht damit getan, immer die neuesten Versionen eines Office-Pakets zu installieren. Das hätte ein bestimmter Hersteller natürlich gerne, der sich logischerweise über Studien sehr freut, die zu regelmäßigen Updates von Office raten.

Ich glaube, nur an Office-Updates zu glauben, ist zu kurz gegriffen (und Axel Oppermann führt ja auch andere wesentlichere Punkte wie Kulturwandel etc. in der Folge seines Beitrags aus). Trotzdem gehe ich noch einen Schritt weiter. Die traditionellen Office-Pakete, wie wir sie nun seit 2 Jahrzehnten kennen, werden meiner Ansicht nach sukzessive und langsam sterben beziehungsweise sich wandeln und durch Online Collaboration-Tools (Blogs, Wikis, Communities, Online-Editoren) abgelöst.

Viele Anwender brauchen in Zukunft kein traditionelles, mit unnötigen Funktionen überfrachtetes und teures Office-Paket mehr, denn die entsprechenden Funktionen stehen in den Collaboration Tools in ausreichender Funktionalität zur Verfügung. Werkzeuge wie IBM Docs, das in IBM Connections - also das Social Business-Tool von IBM - integriert wird, zeigen meiner Meinung nach den Weg. Mehr dazu im Laufe diesen Jahres.

In meiner persönlichen Arbeit merke ich selbst, wie ich mich immer mehr von der traditionellen Office-Welt mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation wegbewege und Dinge mit anderen Werkzeugen (oft mobiil) erledige. Diesen Blog-Beitrag schreibe ich nicht in der Textverarbeitung vor. Er entsteht auch als Entwurf direkt im Blog. Meinen wöchentlichen Newsletter schreibe ich in der Community und versende ihn dann zusätzlich per E-Mail. Die Liste solcher Beispiele könnte ich leicht fortsetzen.

Ja, natürlich brauche ich noch Tabellenkalkulation und Präsentationen. Im Zeitalter von Management per Tabellenklakulation und Powerpoint-Karaoke kommt man so schnell nicht davon weg, aber auch hier erwarte ich einen Wandel durch Werkzeuge wie IBM Docs, mit denen ich dann kollaborativ mit Kollegen gemeinsam an Tabellen und Präsentationen arbeite, und das natürlich nicht nur am traditionellen Office-Arbeitsplatz (sprich PC oder in meinem Fall Mac), sondern auch auf dem Tablet und Smart Phone.

Das Zeitalter des Social Business läutet das Ende der Office-Monopole ein. Es wird Zeit brauchen, aber die Signale sind deutlich zu sehen. Bevor man also blind Office-Updates fährt und unnötig Geld ausgibt, sollte man sich überlegen, wer welche Funktionen wirklich benötigt, wer ein volles Paket braucht und wo man mit freien Werkzeugen oder Online Collaboration Tools zurecht kommt. Der möglichst optimale Arbeitsprozess sollte im Mittelpunkt des Denken und Handelns stehen und nicht ein Office-Paket.

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Donnerstag, 12. Juli 2012

[DE] Zeitenwende: Von Marketingbeschallung zu Beziehungsmarketing und Dialog

Die Zeiten im Marketing ändern sich und es ist Zeit, die gewohnten und lieb gewonnenen Trampelpfade zu verlassen. Nehmen wir das Beispiel Tagungen und Konferenzen. Diese führt man schon seit Jahrzehnten nach dem Schema F durch. Man kennt und kann das. In unserer IT-Branche sucht man sich einen männerfreundlichen, ansprechenden Veranstaltungsort - irgendwas mit Auto und Sport kommt immer gut an -, gewinnt einen prominenten Keynote-Sprecher, der zieht, und präsentiert natürlich seine gewohnten Produkt- und Firmenvorträge. Im Idealfall berichten einige Kunden, die aus der Praxis - und das ist schon ein riesiger Qualitätsgewinn. Trotzdem - es tut mir leid - kann ich mich eines gewissen Gähnens nicht erwehren.

Ich glaube, dass sich die Zeiten dieser Art von Konferenzen dem Ende zuneigen. Verstohlen halten mehr und mehr neue Tagungselemente Einzug: das Open Space-Modul im Rahmen der Tagung, die Twitter-Wand, über die die Konferenz online begleitet wird, oder der Video Stream, über den wichtigsten Vorträge und Diskussionen live ins Netz übertragen werden (und oft auch danach noch abrufbar sind). Gerade das immer normaler werdende Live Streaming führt dazu, dass Konferenzen noch interessanter und interaktiver werden müssen. Warum soll ich mich aus meinem Sessel erheben, wenn ich doch die Vorträge per Livestream bequem daheim oder im Büro sehen kann? Tagungen müssen zu einem wirklichen Kommunikationserlebnis werden. Ich weigere mich noch, neudeutsch Event dazu zu sagen, obwohl in dem Wort einiges von dem mitschwingt, was geschehen muss.

Nicht falsch verstehen: Ich bin ein absoluter Freund davon, sich live und in persona zu treffen. Der direkte menschliche Dialog ist durch die virtuelle Welt und die sozialen Kanäle nicht zu ersetzen (nur zu ergänzen). Ich plädiere aber dafür, mutiger zu werden, Experimente (wie beispielsweise unsere letztjährige IBM JamCamp Bustour) zu wagen, viel stärker mit den Besuchern in Dialog zu treten und diese auch einmal zu fordern. Natürlich können viele Besucher noch nichts mit der Twitter-Wall oder dem Barcamp-Element anfangen, aber trotzdem sollte man sie mutig einbauen und ausprobieren. Und neue Wege der Konferenzvorbereitung und -nachbereitung gewinnen an Bedeutung und fördern hoffentlich auch an Qualität.

Doch die Marketing Manager müssen nicht nur Tagungen und Konferenzen adaptieren. Auch andere Elemente des gewohnten Marketingmix unterlaufen einer Veränderung. Wer kennt es nicht? Auf einer Tagung oder Messe hat man seine Visitenkarte abgegeben oder aber man hat seine E-Mail-Adresse auf einer Webseite hinterlassen, um beispielsweise ein White Paper herunter zu dürfen. Adressdaten, insbesondere E-Mail-Adressen, waren und sind die Nuggets des E-Mailmarketings, denn jetzt kann es losgehen: Werbe-E-Mails, Veranstaltungseinladungen (siehe oben) und E-Mail-Newsletter fluten den Posteingang. Ich bin unterdessen konsequent dazu übergegangen, diese E-Mails abzubestellen und wenn das nicht hilft, werden die Absender in die Spam-Liste des E-Mail-Klienten gesetzt. Warum tue ich das? Weil diese Nachrichten in der Mehrzahl keinen Mehrwert bieten. Meist sind es platte Werbebotschaften und Produktpromotionen. Genau deshalb "unsubscribe" ich sie mit dem Risiko, dass mir auch mal eine nützliche Information entgeht.

Unterdessen perfektionieren wir Marketiers den E-Mail-Versand weiter, indem wir E-Mail Marketing-Software einsetzen und darüber die Empfänger noch systematischer bombardieren. Im Idealfall könnte das dazu führen, dass die Empfänger aufgrund ihres Interessenprofils oder Klickverfahrens wirklich nur die Nachrichten und Informationen bekommen, die sie interessieren. In der Realität ist es aber wohl eher so, dass wir als Marketiers lieber eine Nachricht mehr denn weniger verschicken ...

Wir beschallen die Empfänger und potentiellen Kunden auf Veranstaltungen, per E-Mail und auf unseren hochglanzbroschürigen Webseiten mit Marketing-Spam. Und wir machen nicht halt und verbreiten diesen Spam auch auf Plattformen wie Xing, LinkedIn, Facebook oder Twitter. Wie genervt bin ich unterdessen über die unzähligen, ungefragt zugeschickten Veranstaltungseinladungen auf Xing. Wie lästig sind die Tweets und Direktnachrichten, die mir Erfolg in Beruf und viel Geld versprechen. Wie oft fragen mich Kollegen, doch über meine persönlichen Social Media-Konten zu einer Veranstaltung einzuladen. Einen Teufel werde ich tun, ständig solche Promotions an meine Follower oder Fans zu verteilen.

Ich glaube, wir Marketiers brauchen viel mehr Mut zur Qualität, zum Dialog statt zur Einwegbeschallung, Mut zum Beziehungsmarketing. Kunden orientieren sich - auch im B2B Umfeld - immer mehr über soziale Kanäle, Communities of Interest und Bewertungsportale über die Angebote der Anbieter. Dort müssen wir präsent sein, nicht im Sinne erneuter Werbung, aber als Experten und dialogwillige, dialogwütige, kompetente Ansprechpartner, die Interessenten einen Mehrwert bieten. Hier zieht das althergebrachte Modell des Massenmarketings nicht mehr. Menschen wollen mit Menschen sprechen. Kunden oder Interessenten wollen mit möglichst kompetenten Ansprechpartnern sprechen, die weiterhelfen. Genau das muss man ihnen einfach machen.

Wir müssen dieses unsere Marketingmodell im Zeitalter des Social Business adaptieren und die Kollegen aus Vertrieb und Service in das neue Modell eines beziehungsgetriebenen Marketings integrieren. Ohne diese Kollegen geht es nämlich nicht. Alle kundenorientierten Bereiche eines Unternehmens - und nicht nur die Marketingabteilung - müssen sich dem Dialog mit dem Kunden öffnen, auf Veranstaltungen, in relevanten Communities, auf sozialen Kanälen und auf der eigenen Webseite. Dazu gehört Mut und Veränderungswille im gesamten Unternehmen, besonders natürlich im Marketing. Der Marketingmix muss neu gemischt und damit einhergehend müssen, die Kriterien, wie wir Marketingerfolg messen, überdacht und angepasst werden. Die Marketingabteilung im sozialen Zeitalter ist nicht mehr das T-Shirt- und Tassenproduktions-Department. Und auch die Zeit der Marktschreier neigt sich dem Ende, denn die Kunden sind mehr und mehr spam- und werbephrasen-müde. Mehr denn je ist heute das Marketing als kompetenten Moderator und Kommunikator gefragt.

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